Weiter steigende Übergewinne im deutschen Tankstellenmarkt – aktuelle Analyse

Unsere neue Analyse zum deutschen Tankstellenmarkt zeigt, dass die Übergewinne weiter gestiegen sind und mittlerweile ein Niveau von 1,18 Mrd. Euro erreicht hat.

Die Mineralölwirtschaft konnte ihre täglichen Übergewinne im deutschen Tankstellenmarkt in den letzten Tagen ausbauen: von 27,0 Mio. Euro in den Kriegstagen auf 36,9 Mio. Euro in den ersten Tagen des Waffenstillstands.


Unsere neue Analyse im Auftrag von Greenpeace e.V. zeigt die Details und die Hintergründe:

Die Ölkrise im April 2026: Steigende Übergewinne im deutschen Tankstellenmarkt

Warum sind das Übergewinne?

1. Die Mineralölwirtschaft in Deutschland produziert über 100 % des deutschen Benzinbedarfs und über 90 % des Dieselbedarfs in inländischen Raffinerien. Im Moment kann sie sogar nicht nur Benzin, sondern auch Diesel exportieren.

2. Sie ist daher der Price Maker für die Raffineriepreise und die Tankstellenpreise in Deutschland.

3. Die Kosten der Raffinerien sind seit Kriegsausbruch nur im Bereich der Beschaffung von Rohöl gestiegen. Die Raffineriebetreiber, also die Mineralölwirtschaft, gibt aber nicht nur die höheren Kosten weiter, sondern erhöht die Preise zusätzlich.

4. Begründung der Mineralölwirtschaft: Das „internationale Preisniveau“, insbesondere für Diesel.

5. Warum ist das kein Gegenargument?

6. Wenn der Irankrieg zu noch höheren Kraftstoffpreisen in bestimmten Märkten führen sollte und die deutsche Mineralölwirtschaft daraufhin ihre Preise bis auf dieses „internationale“ Niveau zusätzlich anhebt, dann ist das eben genau das, was wir in unserer Analyse sagen: eine starke Ausweitung der Gewinnmargen in Krisenzeiten.

7. Das ist nichts anderes als die klassische Definition von Übergewinn.

P.S. Hochgerechnet auf zwei Monate könnten die Übergewinne schon bei 1,71 Mrd. Euro liegen. Zur Größenordnung: Der geplante „Tankrabatt 2.0“ der Bundesregierung soll um die 1,6 Mrd. Euro kosten.

Bildlizenz Titelbild: Shutterstock 2740608009

Comments

2 Kommentare zu „Weiter steigende Übergewinne im deutschen Tankstellenmarkt – aktuelle Analyse“

  1. Peter Wagner

    Ihre Methode zur Berechnung der Übergewinne erscheint mir zu unterkomplex. Denn nur etwa die Hälfte des Rohöls wird doch wohl zu Benzin und Diesel weiterverarbeitet, die andere Hälfte blenden Sie in Ihrer Rechnung aber vollständig aus.
    So sind die Heizölpreise zwar auch stark gestiegen, der Umsatz dürfte aber stark eingebrochen sein. Produzieren die Konzerne also zur Zeit Heizöl aus teurem Rohöl, das sie womöglich erst zu einem Zeitpunkt absetzen können, wenn die Preise wieder gefallen sind? Müsste man diese Untergewinne am Heizölmarkt nicht den Übergewinnen am Kraftstoffmarkt gegenüberstellen?

    1. Steffen Bukold

      Hallo Herr Wagner,

      Heizöl und Diesel sind chemisch weitgehend identisch. Der Absatz von Heizöl ist in der Tat seit Anfang März deutlich geringer als üblich, aber die Raffinerien konnten dafür ihren Dieselabsatz maximieren (im In- und Ausland).

      Aber auch die Heizölpreise sind stark gestiegen. Einige Heizöl-Händler können ihre Bestände vielleicht langsamer als geplant im Markt unterbringen, aber die Lagerhaltung wird sich inzwischen eingependelt haben.

      Insgesamt ist der Heizölmarkt für die Mineralölwirtschaft in Deutschland weitaus weniger relevant als der Kraftstoffmarkt. Nur etwa 7-8% des Öls landet in den Tanks der privaten Haushalte. Selbst die Produktion von Kerosin (Jet Fuel), wo die Margen übrigens noch sehr viel stärker als im Tankstellenmarkt gestiegen sind, ist größer.

      Mit freundlichen Grüßen
      Steffen Bukold

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