Neue Studien: Die Kerosin-Krise – Daten, Hintergründe, Gegenmaßnahmen

Im Auftrag von Greenpeace e.V. haben wir die Kerosinversorgung Deutschlands und der EU untersucht. Unsere wichtigsten Quellen waren die amtlichen Statistiken (Destatis, Eurostat u.a.) und aktuelle Marktanalysen (Kpler, Vortexa, S&P Global, Argus u.a.).

In einem kurzen Paper haben wir die wichtigsten Daten und Ergebnisse zusammengefasst. In einer weiteren Analyse schlägt Greenpeace Deutschland fünf konkrete Maßnahmen vor, wie die akut gefährdeten Kerosinmengen kurzfristig eingespart werden könnten.

A. Die Kerosinkrise

1. Die Blockade der Straße von Hormus hat weltweit eine schwere Versorgungskrise bei Kerosin ausgelöst. Aktuell fehlen den Märkten 30 Prozent des international gehandelten Kerosins.

2. Die EU deckt knapp 40 Prozent ihres Kerosinverbrauchs durch Importe. 56 Prozent dieser Importe kamen bisher aus der Krisenregion am Persischen Golf. Sie fallen im Moment vollständig aus. Die Sperrung der Straße von Hormus blockiert also ein Fünftel der Kerosinversorgung in der EU.

3. Es gelingt Europa im Moment nicht, diese Ausfälle durch Kerosinimporte aus anderen Regionen zu kompensieren. Die Vorräte in den Tanklagern schrumpfen daher. Schon im Juni könnte es zu ersten Engpässen kommen.

4. Der deutsche Luftverkehr ist zu zwei Dritteln von Kerosinimporten abhängig. Die deutschen Raffinerien decken nur ein Drittel des Bedarfs. Die Kerosinvorräte in Deutschland können einen reibungslosen Ablauf des Luftverkehrs in Deutschland nur für 3-4 Wochen sichern.

5. Die deutschen Kerosinimporte kommen bisher vor allem aus den Seehäfen und Raffinerien der Niederlande, die ihrerseits stark von der Versorgung vom Persischen Golf abhängen.

6. Sollte die Straße von Hormus weiterhin blockiert bleiben, rechnen wir in einem Krisenszenario damit, dass ab Juni 20-30 Prozent der Kerosinversorgung akut gefährdet sind.

7. Die Diskussion in Deutschland ist noch immer von sehr optimistischen Versorgungsszenarien geprägt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktlage empfiehlt es sich daher, schon jetzt Wirtschaft und Gesellschaft auf Mangellagen vorzubereiten, Kerosin wo immer möglich einzusparen und die Versorgungslage in Echtzeit zu beobachten.

B. Gegenmaßnahmen

7. Was sollte man konkret tun? Greenpeace Deutschland schlägt in einer aktuellen Analyse fünf Maßnahmen vor, um den Kerosinverbrauch um ein Drittel zu senken. Vor allem die Abschaffung der Business Class und der First Class hat einen enormen Einspareffekt.

Der folgende Download-Link führt zur vollständigen Greenpeace-Analyse. Sie zeigt die einzelnen Maßnahmen zur Kerosineinsparung und quantifiziert die konkreten Effekte.

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