Elektroautos – ein globaler Überblick in drei Charts

Das Problem

Der Absatz von Elektroautos wächst, in Deutschland, in der EU und weltweit. So weit, so erfreulich. 

Aber klimapolitisch sind diese Zahlen irrelevant. Viel wichtiger ist die Frage, welchen Flottenanteil Elektroautos haben oder ob sie zumindest bei den Neufahrzeugen die Verbrenner inzwischen verdrängen können. Also die Frage, ob es bereits eine Antriebswende gibt.

Ernüchternd ist, dass die IEA in ihrem letzten Monatsbericht zum Ölmarkt melden musste, dass der Verbrauch von Benzin und Diesel in den letzten Jahren (2019-2025) weiter anstieg – trotz der wachsenden Attraktivität der Elektroautos. 

Flottenanteile

Das erste Schaubild zeigt daher den Anteil von Elektroautos an den Pkw-Bestandsflotten. Elektroautos meint hier BEV, also Batterieelektrische Fahrzeuge. Plug-in-Hybride zählen nicht dazu, da sie keinen nennenswerten klimapolitischen Nutzen zeigen. Das wurde in den letzten Untersuchungen von T&E und ICCT für die EU erneut bestätigt.

Der Anteil der Elektroautos ist nach wie vor sehr gering. Die IEA-Database zeigt einen weltweiten Anteil von 3,4 % für das Jahr 2025. In diesem Bereich liegen auch die EU und Deutschland. Nur in China ist der Anteil erwartungsgemäß höher, bleibt aber selbst dort unter 10 Prozent.

Geht es im bisherigen Tempo weiter, wäre die globale Pkw-Flotte also erst lange nach dem Jahr 2100 elektrifiziert.

Marktanteile

Der langsame Umschlag bei den Bestandsflotten liegt vor allem daran, dass auch beim Absatz von Neufahrzeugen die Marktanteile von Elektroautos bisher weit unter 50 Prozent bleiben.

Weltweit war im Jahr 2025 nur jedes sechste verkaufte Automobil ein Elektroauto. In Deutschland und in der EU liegen die Anteile nur leicht darüber. In China ist es immerhin schon jedes dritte Automobil.

Verkaufszahlen

Zuletzt die aus zahlreichen Veröffentlichungen bekannte Darstellung der steigenden Absatzzahlen von Elektroautos. Der Trend ist erfreulich, aber auch hier gibt es bedenkliche Aspekte.

Betrachtet man die Entwicklung ohne China („Welt ohne China“), ist lediglich ein linearer Trend erkennbar, keine Beschleunigung: Jedes Jahr legen die BEV-Verkaufszahlen um etwa 1 Mio. Pkw zu. 

Im letzten Jahr wurden weltweit etwa 80 Mio. Pkw (alle Antriebsarten) verkauft. Setzt sich der bisherige Trend fort, wird (rein rechnerisch) der letzte Verbrenner-Pkw erst im Jahr 2100 neu zugelassen. 

Fazit

Was tun? Die Optionen sind überschaubar:

  • Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs muss beschleunigt werden. Der Hochlauf läuft in Deutschland, in der EU und weltweit noch zu langsam, um den Straßenverkehr vor 2070/80 weitgehend dekarbonisieren zu können.
  • Genauso wichtig ist eine Effizienzoffensive (übrigens auch für den Flugverkehr und den Seeverkehr). Der durchschnittliche Pkw muss wieder kleiner werden und sollte weniger verbrauchen. Das gilt für Verbrenner und Stromer gleichermaßen. 

Biokraftstoffe mit guter Klimabilanz (v.a. UCO) sind nur begrenzt verfügbar und sollten für den maritimen Sektor und den Flugverkehr vorgesehen werden. Advanced Biofuels aus Lignozellulose haben ein größeres Feedstock-Potenzial, scheitern aber oft an technologischen Problemen. Das könnte sich aber ändern. E-Fuels wiederum werden ihre Nischen im Luft- und Seeverkehr finden, haben aber im Straßenverkehr nichts zu suchen. Die Mengen sind ohnehin so gering, dass sie eine Fußnote in der Automobilgeschichte bleiben werden.