Alle reden von Erdgas, aber tatsächlich wächst der globale Verbrauch der Kohle dynamischer – trotz Shale-Gas-Boom in den USA und trotz schwächerem Wirtschaftswachstum im Kohleland China.

Die Internationale Energieagentur IEA  erwartet in ihrem heute veröffentlichten BerichtMedium-Term Coal Market Report“, dass der Verbrauch in den nächsten fünf Jahren um 2,3% p.a. zulegen wird. Das ist zwar deutlich weniger als die 3,4% p.a. der vergangenen fünf Jahre, aber dennoch in absoluten Mengen das stärkste Wachstum unter allen Energieträgern. Der Einbruch in den USA wird dabei vom stürmischen Nachfragewachstum in Südostasien, Europa und Russland mehr als kompensiert.

Und ein Ende ist nicht abzusehen: Viele neue Kohleminen haben den Betrieb aufgenommen und überschwemmen den Markt. Die internationalen Kohlepreise sind in den letzten Jahren um über 20% gefallen und machen Kohle für den rasch wachsenden Stromsektor in den Schwellenländern attraktiv.

Dennoch hängt die Zukunft der Kohlemärkte vor allem an China, wo heute jede zweite Tonne Kohle verbraucht wird: Peking will seine einseitige Abhängigkeit von Kohle angesichts der kaum noch beherrschbaren Umweltschäden und Smogkatastrophen abbauen. Aber dagegen regen sich starke sektorale und regionale Interessen.

Der Ausblick für die Kohle ist daher unsicherer als der für Öl oder Erdgas. Falls die aktuellen Trends stabil bleiben, könnte „King Coal“ jedoch im übernächsten Jahrzehnt wieder zum wichtigsten Energieträger der Welt vor Öl werden. Das 19. Jahrhundert läßt grüßen…

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Zum Kohlebericht der IEA: Link

Mehr zu den aktuellen Trends auf den internationalen Öl-, Gas- und Kohlemärkten finden Sie in unserem Newsletter Global Energy Briefing. In der nächsten Ausgabe (Januar 2014) werden wir u.a. weitere Ergebnisse aus dem IEA-Kohlebericht vorstellen.