Als ob es bei der Gasversorgung nicht schon genug Risiken gäbe, meldet nun das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, dass die Eigenversorgung mit Gas erneut stark geschrumpft ist.

Im Jahr 2013 gingen die Erdgasreserven (Reingas) in den deutschen Feldern um 16,5% auf 96,5 Mrd. Kubikmeter zurück. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht pro Jahr je nach Winterlänge und Höhe der Kohlepreise 85-90 Mrd. Kubikmeter Gas.

Auch die Erdgasförderung sank im letzten Jahr um 9,1% auf nunmehr 9,7 Mrd. Kubikmeter. Deutschland kann sich also nur noch zu etwa 11% selbst mit Erdgas versorgen.

Der Grund dafür ist einfach: Die Felder sind erschöpft und nennenswerte Neuentdeckungen gibt es schon lange nicht mehr. Die Branche hofft nun, dass die umstrittenen Fracking-Methoden zugelassen werden. Damit soll, so die ebenfalls umstrittene Erwartung, zumindest der jährliche Rückgang gebremst werden.

Das folgende Schaubild der LBEG zeigt den ernüchternden Trend der letzten 10 Jahre: Die Fördermengen haben sich halbiert, die Reserven in den Feldern gingen sogar um drei Viertel zurück. Mit diesem Trend steht Deutschland nicht allein: Außer in Norwegen und Irland geht die europäische Gasförderung überall zurück, während die Importabhängigkeit steigt  (hier ein Überblick zur europäischen Situation bei Norbert Rost)

Erdgasförderung in Deutschland

Erdgasreserven (rechte Achse) und Erdgasförderung (linke Achse) in Deutschland (Quelle: LBEG Niedersachen)