Der Einsatz diverser Frackingmethoden zur Förderung von Schiefergas in Deutschland scheint nun doch ohne größere Auflagen möglich zu werden. Spiegel Online bzw. dpa zitieren aus Schreiben des Wirtschaftsministeriums, demnach lediglich zwei Voraussetzungen erfüllt sein müssen: Die Bohrung muss eine normale Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen und darf nicht in Wasserschutzgebieten stattfinden. Die gesetzlichen Grundlagen sollen schon in Kürze geschaffen werden.

Das wäre eine deutliche Abkehr von der Formulierung im Koalitionsvertrag. Dort hieß es, dass Fracking erst dann genehmigungsfähig sei, wenn umfangreiche Datengrundlagen vorliegen und jede Umweltgefährdung ausgeschlossen werden könne. Diese Formulierungen kamen einem Moratorium über mehrere Jahre gleich.

Nach unseren Schätzungen kann der Gasverbrauch Deutschlands durch die Schiefergasressourcen nur für maximal 2,5 Jahre gedeckt werden, wenn man Erfahrungen aus den USA zugrunde legt. Auch liegt die Belastung für Umwelt und Gesellschaft nur zum geringeren Teil in den Fracking-Verfahren selbst – wenn sie angemessen behördlich überwacht werden.

Weitaus größer sind die Kosten durch den massiven Anstieg des LKW-Verkehrs, hohe Schadstoffemissionen im ländlichen Raum, enorme Straßenschäden, erhöhte Erdbebengefahr und den Wertverlust nahegelegener Immobilien. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen müsste mit mehreren Tausend Bohrstellen gerechnet werden, wenn das Schiefergas in den berechneten Mengen fließen soll.

Details dazu und umfangreiche Einschätzungen zu den Potenzialen und Risiken von Schiefergas und Fracking finden Sie unserem Newsletter Global Energy Briefing (kommende Ausgabe Nr.100 sowie in diversen frühren Ausgaben der Jahre 2013 und 2014).