1. Das Orderbook im November 2025
Die Bestellungen im November zeigen nach Informationen von DNV ein nachlassendes Interesse an emissionsarmen Antriebssystemen.
DNV meldete lediglich 10 neue Bestellungen für nicht-konventionelle Antriebe, die nicht ausschließlich auf fossile Ölprodukte wie Fuel Oil oder Gasoil als Treibstoff setzen. Alle 10 Schiffsbestellungen sollen mit LNG angetrieben werden.
Da in der Praxis praktisch nur fossiles Erdgas zum Einsatz kommt, gab es im November keinen einzigen Auftrag für klimafreundlichere Optionen wie Methanol, Ammoniak oder Wasserstoff.
2. Das Orderbook Januar – November 2025
Die Bilanz für die ersten 11 Monate des Jahres verzeichnet 232 nicht-konventionelle Lösungen. Davon entfallen 157 auf LNG (ohne LNG-Tanker) und 19 auf LPG (Propan, Butan) – beides fossile Energieträger.
Auf Methanol entfallen in diesem Jahr bisher 47 Bestellungen, auf Ammoniak 5 und auf Wasserstoff 4 Bestellungen. Bei diesen potenziellen kohlenstoffarmen Antriebssystemen handelt es sich jedoch ganz überwiegend um Dual-Fuel-Antriebe, die auch fossiles Öl nutzen können.

3. Die globale Flotte: Eine Bestandsaufnahme
Die bestehende Flotte wird nach wie vor von Schiffen dominiert, die ausschließlich fossile Ölprodukte (Fuel Oil, Gasoil) als Treibstoff verwenden.
Laut DNV gilt das Stand November 2025 für 95,5 % der Schiffstonnage (BRZ) und fast 99 % der Schiffe. Ohne die ebenfalls fossilen Brennstoffe LNG und LPG können derzeit nur 0,4 % der Flotte (BRZ) bzw. 0,1 % der Flotte (Anzahl der Schiffe) klimafreundlichere Kraftstoffe einsetzen, vor allem Methanol.
Auch Batterie-/Hybridantriebe spielen keine nennenswerte Rolle und machen bisher nur 0,4 % (BRZ) bzw. 0,8 % (Anzahl der Schiffe) aus (hier: Stand August 2025).
Das gesamte Order Book, also nicht nur die neuen Bestellungen, zeigt eine andere, deutlich breitere Verteilung der Antriebsarten.
a) 58 % der bestellten Tonnage wird ausschließlich fossile Brennstoffe nutzen. Weitere 27 % werden mit LNG und 2 % mit LPG betrieben. Methanol macht derzeit fast 12 %, Ammoniak 0,8 % und Wasserstoff 0,3 % der bestellten Schiffe aus. Da es sich hierbei fast ausschließlich um Dual-Fuel-Antriebssysteme handelt, ist der Einsatz von grüneren Kraftstoffen nicht gesichert.
b) Betrachtet man die Anzahl der Schiffe, so weist das Auftragsbuch einen Anteil von 84 % für fossile Brennstoffe auf, dazu kommen 8 % für LNG und 2 % für LPG. Nur 6 % der bestellten Schiffe nutzen alternative Kraftstoffe. Davon entfällt der größte Teil auf Methanol (5 %), während Wasserstoff (0,5 %) und Ammoniak (0,6 %) nach wie vor eine untergeordnete Rolle spielen.

Source: DNV
Hintergrund: „Capable“ und „Ready“
Schiffe, die als „methanol-capable“ oder „ammonia-capable“ bezeichnet werden, werden oft mit Konstruktionen in einen Topf geworfen, die lediglich „methanol-ready“ oder „ammonia-ready“ sind.
„Capable“ bedeutet, dass die Schiffe den alternativen Kraftstoff ohne weitere Umbauten einsetzen können. Der Status „ready“ ist vage und uneinheitlich definiert. Der Einsatz erfordert zusätzliche Investitionen und einen Werftbesuch, bevor der Kraftstoff tatsächlich genutzt werden kann.
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- BFL-Flux
