23 January 2014

Der amerikanische Heizungsmarkt – Strukturen und Defizite

By |2015-06-29T09:37:33+00:00Thursday, 23 January 2014|Categories: Gasheizung, Gaspreise, Heizungsmarkt, Stromheizung, Wärmemarkt|0 Comments

Die amerikanischen Gaspreise klettern heute auf 4,9 $/MMBtu und damit auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren (vgl. Chart). Eine erneute Kältewelle hat den Nordosten und den Mittleren Westen der USA bis nach Texas fest im Griff. Wie schon Anfang Januar ist der Wärmemarkt einer starken Belastungsprobe ausgesetzt.

 Gaspreise in den USA 2009-2014

US Gaspreise 2009-2014

US Gaspreise 2009-2014 (Großhandel)

Heizungsmarkt USA

Der amerikanische Heizungsmarkt unterscheidet sich zum Teil deutlich von seinem deutschen Pendant. Das führt dazu, dass die US-Verbraucher überdurchschnittlich vom Temperatursturz betroffen sind – trotz der ständig in der Presse gefeierten Schiefergas- und Schieferölrevolution.

Zum einen ist der US-Wärmemarkt alles andere als integriert. Der hohe Heizbedarf führt im Moment zu extremen Preiskapriolen und Windfallprofits bei regionalen Gaspreisen und Strompreisen, über die wir vor kurzem berichtet hatten.

Ein zweiter Unterschied liegt in der Struktur des Heizungsmarktes. Ähnlich wie in Deutschland dominiert Erdgas als Heizungstyp. Von den 113,6 Mio. Wohnungen (EFH, Etagenwohnungen etc.) werden nach den letzten Zensusdaten 49% in erster Linie mit Erdgas beheizt, aber nur 6,1% mit Heizöl, wobei die Heizölpreise in den USA normalerweise 10-20% unter den deutschen Heizölpreisen liegen. Hinzu kommen 4,9% der Wohnungen, die mit Propan/LPG beheizt werden, 2,5% mit Holz.

Der sehr hohe Anteil der Stromheizungen als Hauptheizung (33,5% der Wohnungen) ist jedoch ein wesentlicher Unterschied zum deutschen Wärmemarkt.

Die folgende Karte zeigt, welche Heizungsarten in welchen Regionen der USA eingesetzt werden. Landesweit dominieren Erdgas- und Stromheizungen: Gas im kalten Norden, Strom mit Marktanteilen über 50%  im warmen Süden. Heizöl spielt nur im Nordosten eine große Rolle. Propan und Holz werden überall eingesetzt, haben aber nur geringe Marktanteile.

Heizungstypen in den USA nach Region

Heizungstypen in den USA nach Region (Hauptheizung). Quelle: EIA

Heizungstypen in den USA nach Region (Hauptheizung). Quelle: EIA

Betrachtet man nicht die Zahl der Hauptheizungen, sondern die Menge der bereitgestellten Raumwärme, verschieben sich natürlich die Gewichte im Markt. Jetzt hat Erdgas einen Anteil von 70%, gefolgt von Heizöl mit 12% und Strom mit 10%. Der Rest ist zum größten Teil Propan. Betrachtet man das gesamte Raumklima, also Wärme und Kühlung, schrumpft der Anteil von Erdgas auf 61%, während Strom mit 21,5% einen erheblichen Marktanteil besitzt.

Wärmemarkt USA

Wärmemarkt USA

Wärmemarkt USA

Da die aktuelle Kältewelle bis weit in den Süden der USA vordringt, kommen hier nun v.a. Stromheizungen zum Einsatz, die als kombinierte Klimaanlagen mit der Hauptfunktion Kühlung und der Nebenfunktion Heizung ausgestattet sind. Sie sind technisch und baulich nicht optimiert, um niedrige Außentemperaturen zu kompensieren und verbrauchen unverhältnismäßig viel Strom. Die Strompreise wiederum steigen wegen der angespannten regionalen Versorgungslage steil an: Eine doppelte Belastung für die Privathaushalte.

Die amerikanischen Haushalte sind also auf ungewöhliche Wetterlagen schlecht vorbereitet: Die logistische Abschottung regionaler Märkte (z.B. Nordosten) führt zu Extrempreisen, während andere Regionen (Süden, Midwest) technologisch auf Temperaturstürze nicht vorbereitet sind.

Technologischer Nachholbedarf

Nicht nur im Süden, auch in den kälteren Regionen gibt es technologischen Modernisierungsbedarf im Heizungsmarkt, ähnlich wie in Deutschland. Die Gasbrenner (die in den meisten Fällen mit Warmluft als Medium arbeiten; also nicht mit Wasser wie in Deutschland) sind technisch oftmals veraltet. Noch immer gilt ein Standard aus dem Jahr 1992, da schärfere Normen immer wieder gerichtlich blockiert wurden. Der geltende Standard schreibt eine Effizienz (lt. AFUE) von 78% vor.

Ein Konsenspapier mit Heizungsherstellern aus dem Jahr 2010 (Abkommen) sieht regional unterschiedliche Standards vor, denn die Anforderungen sind im kalten Nordosten der USA andere als im heißen Süden, wo eher das Air Conditioning (Kühlung) im Vordergrund steht. Das Energieministerium wollte diese flexiblen Standards im Mai 2013 in Kraft treten lassen: 90% Heizeffizienz in den kalten Bundesstaaten, 80% im Rest der USA. Doch im letzten Moment gelang es einer Koalition aus Gasversorgern und Heizungshändlern, die neuen Regeln gerichtlich zu stoppen.

In der Praxis setzen sich effizientere Heizungen deshalb nur allmählich durch. So erreichten nur 35% der verkauften Gasheizungen im Jahr 2012 eine Effizienz von über 90% durch den Einsatz moderner Brennwerttechnik, die auch die Kondenswärme nutzen. Ein neuer verbindlicher Standard ist in den nächsten Jahren nicht in Sicht.

Rolle der Raumwärme im Gebäudesektor der USA

Im Laufe der Jahrzehnte sank der Anteil der Raumwärme (inkl. A/C) am Energieverbrauch der Privathaushalte. Die aktuellsten verfügbaren Daten (2009) zeigen einen Anteil von 41,5% für die Raumwärme. Das liegt deutlich unter den 53,1% im Jahr 1993. Air Conditioning (Kühlung) konnte seinen Anteil hingegen von 4,6% (1993) auf 6,2% (2009) ausweiten, während der Anteil des Warmwassers bei 18% verharrte. Der Rest wird für elektrische Geräte und Licht verwendet.

Die Gründe dafür liegen zum einen in der Modernisierung der Heizungen und der bessseren Dämmung der Gebäude und Fenster. Ein amerikanischer Sonderfaktor ist der steigende Anteil der Bevölkerung, der in den warmen Bundesstaaten lebt. Dort stehen mittlerweile 53% der neuen Wohngebäude, die nach dem Jahr 2000 errichtet wurden.

USA: Energieverbrauch in Privathaushalten 1993 und 2009

USA: Energieverbrauch in Privathaushalten

USA: Energieverbrauch in Privathaushalten

Viele Effizienzgewinne werden allerdings durch den höheren Wohlstand und Rebound-Effekte zunichte gemacht. Neue Wohneinheiten (nach 2000 gebaut) sind zwar weitaus moderner und effizienter, aber da sie im Schnitt 30% größer sind, liegt ihr Energiebedarf 2% höher – ein aus deutscher Sicht enttäuschender Wert, der jedoch in den USA als Erfolg verbucht wird. Zum Mehrverbrauch trägt neben der größeren Wohnfläche der starke Einsatz von Air Conditioning und eine größere Anzahl elektrischer Geräte bei, während der Bedarf an Heizenergie je Quadratmeter deutlich geringer ist.

USA: Höherer Energieverbrauch in Neubauten

USA Energieverbrauch in Neubauten: 1993 vs 2009

USA Energieverbrauch in Neubauten: 1993 vs 2009

Trotz des höheren Anteils an Neubauten, derzeit niedriger Gaspreise und klimatischer Vorteile sehen sich die USA also im Wärmemarkt großen Herausforderungen gegenüber: Regionale Wärmepreise können aufgrund von Defiziten in der Marktintegration innerhalb kürzester Zeit um über 100% steigen. Viele Heizungen sind technisch veraltet. Und der Süden des Landes ist auf extreme Wetterlagen heizungstechnisch nicht vorbereitet.

 

 

17 January 2014

Niedrige Gaspreise dank Fracking? Der US-Wärmemarkt und seine jährlichen Krisen

By |2014-01-17T17:26:07+00:00Friday, 17 January 2014|Categories: Gaspreise, Heizkosten, shale gas, Stromheizung|0 Comments

Zusammenfassung: Gas ist im Großhandel in den USA deutlich billiger als in Deutschland. Aber bei den Verbrauchern kommt dieser Preisvorteil kaum an. Insbesondere der Nordosten der USA leidet immer wieder unter Rekordpreisen für Erdgas.

„Niedrige Gaspreise durch Fracking“ – mit diesem Argument wird in Deutschland und ganz Europa die Werbetrommel für Bohrgenehmigungen und Subventionen geschlagen. Bestes (genauer: einziges) Beispiel dafür seien die USA und ihr Schiefergasboom. Ein Exodus der Industrie über den Atlantik und erhebliche Nachteile für die deutschen Verbraucher seien die Folgen der deutschen Fracking-Abstinenz.

In diesem Artikel wird nicht auf die Kurzlebigkeit des Schiefergasbooms und seine vielfältigen ökologischen und sozialen Kosten eingegangen (mehr dazu). Hier geht es nur um eine kritische Analyse des Preisarguments.

Auf den ersten Blick sind die Preisunterschiede im Großhandel in der Tat enorm. Erdgas kostet zur Zeit:

– in Deutschland (Gashubs) 2,7 Eurocent/kWh (10,7 $/MMBtu).

– in den USA (Gasbörse/HH)) 1,1 Eurocent/kWh (4,45 $/MMBtu).

Die niedrigen US-Preise sind das Ergebnis eines Booms von Fracking-Bohrungen in den Schiefergasregionen sowie fehlender Exportmöglichkeiten. Die amerikanische Gaspreise können sich daher von den Weltmärkten abkoppeln, zumindest bis 2017, wenn die ersten LNG-Exportterminals (LNG=Flüssiggas) ihren Betrieb aufnehmen.

Doch was hat der amerikanische Verbraucher davon, also der Gaskunde, der seine Wohnung und sein Warmwasser mit Erdgas heizt und dessen Strom durch die Verbrennung von Erdgas erzeugt wird?

Das Schaubild zeigt, dass der Preisrückgang bei den US-Großhandelspreisen (braune Linie) nach 2007 bei den Verbraucherpreisen für Erdgas (blaue Linie) nur sehr abgeschwächt angekommen ist.

Erdgaspreise USA - Citygate vs Privathaushalte

 

Das ist aber immer noch weniger als in Deutschland. Unter normalen Marktbedingungen lebt der Verbraucher in den USA billiger als hierzulande. Privathaushalte zahlten im Schnitt in den Wintermonaten der letzten Jahre 3,5 Euro-ct/kWh. In Deutschland muss ein Haushalt selbst bei einem günstigen Anbieter mit 6,5 ct/kWh rechnen. Gleicht man die deutschen Steuern und Abgaben an das niedrigere US-Niveau an, stehen immer noch unter dem Strich 3,5 ct/kWh (USA) gegenüber 5 ct/kWh („US-äquivalenter“ deutscher Gaspreis). Aber der Preisunterschied macht deutlich: “Revolutionen” sehen anders aus.

Und selbst dieses Preisgefälle gilt nur für „normale“ Marktbedingungen:

1. US-Gaspreise im Großhandel steigen und sind regional sehr unterschiedlich

Heizen mit Erdgas hat in den USA Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite steht das steigende Angebot aus den Schiefergasquellen und das niedrige nationale Preisniveau. Auf der anderen Seite muss das Erdgas oftmals über Tausende von Kilometern per Pipeline zum Verbraucher transportiert werden, v.a. aus dem Süden in den Norden des Landes. In vielen Regionen gibt es Transportengpässe, die von windigen Erdgashändlern und Pipelineunternehmen ausgenutzt werden. Zudem steigt die Nachfrage in manchen Bundesstaaten sprunghaft und z.T. unvorhersehbar an, weil Stromproduzenten je nach Preislage kurzfristig zwischen Erdgas und Kohle wechseln.

Bei aller Euphorie über die Shale Gas Revolution sollte man außerdem im Auge behalten, dass die Gasförderung in den USA 2013 nur um 1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Von den großen Schiefergasregionen wachsen zur Zeit nur noch das riesige Marcellus Shale (Pennsylvania) und Eagle Ford (Texas). In den großen „alten“ Shale-Regionen, wie z.B. Haynesville und Barnett, die schon seit über fünf Jahren intensiv durch Fracking und Directional Drilling erschlossen wurden, fällt die Förderung bereits.

Also wachsende Nachfrage, stagnierendes Angebot, schwierige Transportbedingungen. Da überrascht es nicht, dass die durchschnittlichen Großhandelspreise für Erdgas 2013 gegenüber dem Vorjahr steil angestiegen sind, wie die folgende Übersicht zeigt. Am wichtigsten Pipelinekreuz in Louisiana (Henry Hub) stieg der Preis um +35%. Der Nordosten (Algonquin Citygate, u.a. Boston) war mit einem Anstieg von +75% am stärksten betroffen. Der durchschnittliche Spotpreis lag hier bei 6,90 $/MMBtu, also fast 100% über dem Landesdurchschnitt. Zwar steigt im benachbarten Pennsylvania (Marcellus Shale) die Schiefergasproduktion steil an, aber die Konsumenten können mangels Infrastruktur frühestens 2016 von diesem Boom profitieren.

 

Gaspreisanstieg in den USA nach Region 2013 vs 2012. Quelle: EIA
Gaspreisanstieg in den USA nach Region 2013 vs 2012. Quelle: EIA

Das nächste Schaubild zeigt die enormen Differenzen zwischen den regionalen Großhandelspreisen. In den Wintermonaten liegen die Gaspreise im dicht besiedelten Nordosten der USA 5-10mal höher als im gasreichen Süden. Die Region hat mit ihren kalten Wintern einen hohen Heizbedarf und muss einen großen Teil des Gases über Pipelines aus dem Süden des Landes importieren.

Gaspreise (Spotmarkt) im Nordosten der USA und Henry Hub (Louisiana). Quelle: EIA
Gaspreise (Spotmarkt) im Nordosten der USA und Henry Hub (Louisiana). Quelle: EIA

Jedes Jahr erlebt der amerikanische Nordosten dieselben Knappheitspreise, die zu traumhaften Renditen bei Gashändlern führen:

  • Eine Kältewelle führte Ende 2013 rund um Boston zu einem Sprung der Großhandelspreise von 5 auf 33 $/MMBtu. Die Pipelines lieferten nicht genug Gas und Erdgashändler nutzen die Situation aus. Das betraf dann nicht nur die Heizrechnung, sondern auch die Stromrechnung: Da mehr als 50% der Kraftwerke in New England Gas verbrennen, sprang der ohne schon hohe Strompreis in Massachusetts von 80 auf 120 $/MWh. Viele amerikanischen Haushalte, auch im kalten Nordosten, heizen mit Strom.
  • Auch im Winter 2012 erreichte der Gaspreis Rekordwerte: Kraftwerksbetreiber (Strom) und Gasgesellschaften (Wärme) boten um die Wette, als die Pipelinekapazitäten knapp wurden. Im Januar 2013 mussten zeitweise mehr als 31 $/MMBtu bezahlt werden.
  • Aber die Kältwelle vor 14 Tagen (Anfang Januar 2014) schlug alle Rekorde: Die Gaspreise (Spotgroßhandel) stiegen für die Stadt New York auf 57 $/MMBtu (siehe folgendes Schaubild), in New Jersey auf $71 und in der Region Boston auf ein Hoch von 50 $/MMBtu, bevor sie dann auf $34 zurückfielen – was jedoch immer noch weit jenseits der landesweiten Durchschnittspreise von aktuell $4,4/MMBtu lag. Nach dem 7. Januar ging es steil nach unten bis auf das übliche Preisniveau, aber jetzt sind die Speicher leer. Jede zusätzliche Kältewelle wird zu neuen Knappheitspreisen führen. Die Meterologen haben für Ende Januar fallende Temperaturen angekündigt.
  • Im fernen Texas, das ebenfalls Anfang 2014 von der Kältewelle erfasst wurde, stiegen die Strom-Großhandelspreise (Spot) für wenige Minuten auf 5.258 $/MWh – ein Allzeitrekord (normal sind 50 $/MWh). 58% der texanischen Haushalte heizen mit Strom, so dass Änderungen bei den Strompreisen auch auf die Wärmepreise wirken.

 

New York Strom- und Gaspreise Dez.13/Jan.14 Quelle: EIA
New York Strom- und Gaspreise Dez.13/Jan.14 Quelle: EIA

 

Folgen für die Heizkosten der Privathaushalte

Nicht alle privaten Haushalte sind unmittelbar von den wilden Preisschwankungen im Erdgas-Großhandel betroffen. Für sie werden sich die höheren Einkaufspreise ihres Versorgers erst bemerkbar machen, wenn die Preisbindung ihres Gasvertrags ausläuft. Viele Kunden verzichten jedoch auf die 12- oder 24-monatige Preisbindung und werden die Folgen daher schon in der nächsten Gasrechnung sehen.

Dämpfend wirkt, dass viele Gasversorger Instrumente zur Absicherung ihrer Einkaufspreise einsetzen, doch das ist nicht kostenlos und von Versorger zu Versorger unterschiedlich. Die Gaskraftwerksbetreiber sind direkter betroffen, da sie ihr Gas normalerweise extrem kurzfristig auf dem Spotmarkt zukaufen. Haushalte mit Stromheizungen sind also unmittelbar von den hohen Gaseinkaufskosten ihrer Versorger betroffen.

Die amerikanische Energiebundesbehörde EIA erwartete schon im Oktober 2013, dass etwa 90% der 116 Mio. Privathaushalte in den USA in diesem Winter mit höheren Heizkosten rechnen müssen. Das nächste Schaubild zeigt, dass die Öl- und Gasschwemme in den USA im Wärmemarkt seit 2007 kaum Eindruck hinterlassen hat. Die Stromheizungen blieben in etwa gleich hoch, die Heizölpreise stiegen und Erdgas zieht seit zwei Jahren im Preis wieder an.

Heizkosten USA 2007-2014 (Heizöl, Propan, Strom, Propan)

Heizkosten USA 2007-2014 (Heizöl, Propan, Strom, Propan)

Haushalte, die mit Erdgas heizen, sollten selbst nach der moderaten Prognose vom Oktober mit durchschnittlich $679 Heizkosten im Winterhalbjahr rechnen (vgl. Schaubild unten); das sind 13% mehr als im letzten Winter; Propanheizer zahlen $1666 (+9%), Stromheizer $909 (+2%) und Heizölkunden $2046 (-2%). Doch diese Zahlen sind angesichts der Kältewelle im Dezember/Januar schon Makulatur. Die EIA konnte nicht ahnen, dass ihre vorsichtige Kälte- und Preisprognosen noch weit übertroffen werden.

Gaspreise und Heizkosten je Haushalt in den USA. Quelle: EIA

Gaspreise und Heizkosten je Haushalt in den USA. Quelle: EIA

 

 

Heizölpreise und Heizkosten je Haushalt mit Ölheizung in den USA. Quelle: EIA
Heizölpreise und Heizkosten je Haushalt mit Ölheizung in den USA. Quelle: EIA

 

Fazit

Vom Schiefergasboom kommt bei den Verbrauchern nicht viel an: Die Privathaushalte in den USA, v.a. im Nordosten, müssen sich auf steigende Heizkostenabrechnungen gefasst machen. Einige Regionen (New York, Boston etc.) erleben sogar neue Rekordpreise für Gas und Strom.

Das folgende Schaubild zeigt, dass die deutschen Gaspreise für Privathaushalte nicht so weit wie erwartet von den US-Gaspreisen entfernt liegen. Das gilt insbesondere dann, wenn man die in Deutschland höhere Abgabenquote (Umsatzsteuer, Erdgassteuer) an das US-Niveau anpasst.

 

Preisvergleich für private Haushalte: Gaspreise in Deutschland, USA, US-Bundesstaaten

Vergleich Gaspreise Deutschland USA bis Oktober 2013

Vergleich der Gaspreise für private Haushalte Deutschland/USA bis Oktober 2013 (Quelle: EIA)

Energiepolitiker warnen bereits, dass sich der Nordosten der USA zu einseitig auf Erdgas stützt. Sie plädieren für eine höhere Energieeffizienz der Heizungen, bessere Dämmung der Häuser, für Solar- und Windenergie, um die regionale Energieversorgung krisenfest zu machen.

 


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