Peak Oil

Diskussion
Peak Oil Revisited

Ein Interview mit Steffen Bukold (EnergyComment) zu den methodischen Irrwegen der ASPO. Die Öldebatte muss breiter werden und sich mehr auf Verknappungsrisiken, Klimafolgen, Preistrends und Alternativen zu fossilem Öl konzentrieren: Interview auf peak-oil.com

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Peak-Oil Studie für Thüringen

Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Thüringen stellt die Studie "Peak Oil - Herausforderung für Thüringen" von Norbert Rost (peak-oil.com) vor. Welche Folgen hätten steil steigende Ölpreise für das Bundesland?

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Peak Oil Reloaded

Nach der Shale Gas/Shale Oil-Euphorie kommt jetzt die mediale Gegenbewegung. Eine realistische und faktenreiche Einschätzung auf peak-oil.com von Norbert Rost.

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GEB Nr.92: Der World Energy Outlook 2013 (Teil 2)

In der aktuellen Ausgabe unseres Global Energy Briefing (Nr.92; 5. Jg.) stellen wir den wohl einflussreichsten Energiebericht des Jahres vor: Den World Energy Outlook 2013 der IEA (Internationale Energieagentur). In dieser Ausgabe untersuchen wir auf 30 Seiten folgende Themen:
  • Ölnachfrage und Rolle einzelner Ölprodukte (Diesel, Benzin, LPG u.a.) bis 2035
  • Öl im Verkehr: Energieverbrauch im Verkehrs bis 2035 und die herausragende Rolle des Straßengüterverkehrsproduktion
  • Ölproduktion und Decline (Förderrückgang) in erschlossenen Feldern
  • Die Shale-Oil-Blase in den USA: IEA warnt vor zu großem Optimismus
  • Kosten der Ölproduktion bleiben weitgehend stabil
  • Verschiebungen in der Raffineriebranche und im Ölhandel bis 2035
  • Erdgas: Entwicklung der Nachfrage und des Angebots bis 2035
  • Langfristige Entwicklung der Erdgaspreise in alternativen Szenarien
  • Rolle des unkonventionellen Erdgases in der Gasversorgung 
  • Importabhängigkeiten bei Öl und Gas: 2013 und 2035 
  • Fossile Reserven und Ressourcen: Öl, Gas, Kohle
  • Endet das fossile Zeitalter durch Ressourcenerschöpfung oder durch neue energiepolitische Prioritäten?
 

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Peak Oil Barometer 2013

Stand: Juli 2013

Wann wird Öl knapp,  d.h. wann wird der Nachfragetrend gebrochen, weil das maximale Ölangebot nicht Schritt halten kann? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Peak Oil Barometer, das wir schon seit einigen Jahren in jeweils aktualisierter Form veröffentlichen.

Es zeigt zwei Szenarien.

a) Das erste Szenario (blaue Linien) stammt von der IEA, der Energiebehörde der Industrieländer, mit Sitz in Paris. Sie aktualisiert in regelmäßigen Abständen ihre mittelfristigen Erwartungen für den Ölmarkt: Wie schnell steigen Nachfrage und Angebotskapazität auf Basis der aktuellen Daten und Projekte?

b) Wir stellen diesem Mainstream-Szenario unser Risikoszenario gegenüber (rote Linien). Zum einen schätzen wir wie einige andere Ölmarktbeobachter die freien Kapazitäten in Saudi-Arabien als geringer ein; hinzu kommen begründbare Zweifel, ob der Ausbau der Ölindustrie im Irak, Brasilien, Kanada (Ölsand), USA (Tight Oil) und bei den Biokraftstoffen so rasch wie geplant realisiert werden kann. Die Libyenkrise, die Iranembargokrise, Probleme in der Nordsee, Südsudan, Jemen, Syrien etc.  – die Krise ist im Ölmarkt zum Normalfall geworden. Der „Faktor X“ lässt sich nicht beziffern, aber er tritt regelmäßig auf. Deshalb ist ein vorsichtigeres Angebotsszenario nicht von der Hand zu weisen.

Die IEA hat jüngst ihre mittelfristige Erwartungen für den Ölmarkt aktualisiert (MTOMR 2013). Die Nachfrageseite bis 2018 blieb fast unverändert. Das Ölangebot wird vor dem Hintergrund der unerwartet schnell wachsenden Shale-Oil-Förderung in den USA jetzt etwas optimistischer gesehen als noch vor einem Jahr. Blickt man zwei Jahre zurück, dann erwies sich die IEA-Vorhersage (MTOMR 2011) für die Jahre 2010 und 2011 als zu optimistisch, dann jedoch eher zu pessimistisch.

Wie in jedem Halbjahr ergänzen wir auch dieses Mal diese IEA-Daten durch unser Risikoszenario.

a) Das Upside-Potenzial der Ölnachfrage scheint im Moment begrenzt. Zwar ist ein besserer Konjunkturverlauf möglich, aber die Vermachtung des Ölmarktes verhindert ein Absacken des Ölpreises. Das dürfte zusammen mit strukturellen Faktoren, v.a. in China und Europa, einen schnelleren Anstieg des Ölverbrauchs verhindern.

b) Auf der Angebotsseite haben sich zwar einige Risiken manifestiert (Iran-Embargo, Sudan, Biofuels, Brasilien), aber dafür gab es auch einige positive Überraschungen (USA, Russland u.a.). Das Risiko einer Ölverknappung bis 2018 ist aus heutiger Sicht jedoch gering, da auch in einem mittleren Negativszenario ausreichend Puffer zur Verfügung stehen. Die IEA erwartet Ende 2018 Reservekapazitäten von 6,3 mb/d. In unserem Risikoszenario stehen immer noch 2,3 mb/d zur Verfügung.

Preisrisiken bleiben jedoch bestehen. Auch ein gut versorgter Markt erfordert offenbar Ölpreise über 100 Dollar/Barrel. Ein erneuter Anstieg auf 120 $/b ist bei einer geopolitischen Krise oder bei inflationären Tendenzen jederzeit möglich.

peak oil barometer 

Ölproduktion weltweit (Komponenten) 1990-2012

Letzte Aktualisierung: 5.Apr. 2013

Der Chart zeigt die globale Ölproduktion für die Jahre 1990-2012 (bis Okt.) auf Basis der EIA-Daten. Das Ölangebot setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, deren Größenordnung im Chart deutlich wird.

Konventionelles Rohöl (inkl. Feldkondensate) ist die mit Abstand wichtigste Quelle unserer Ölversorgung. Hier werden aktuell 73,9 Millionen Barrel pro Tag (mb/d) gewonnen, also etwas über 80% des gesamten Ölangebots von 88,8 mb/d.

Problematisch ist, dass die Förderung von konventionellem Rohöl seit 2004 kaum noch steigt. Daher musste die wachsende Nachfrage aus anderen Quellen gedeckt werden.

Das sind insbesondere Natural Gas Liquids (schwere Gase/leichte Öle v.a. aus Erdgasfeldern) mit 8,9 mb/d, aber auch kanadischer Ölsand mit aktuell 1,6 mb/d und Sonstiges, wozu vor allem Raffineriegewinne (2,3 mb/d) sowie Biokraftstoffe, Gasverflüssigung (GTL) oder Kohleverflüssigung (CTL) gehören. Die Raffineriegewinne sind ein statistischer Effekt, da in den Raffinerien aus relativ schwerem Erdöl leichtere Produkte wie z.B. Benzin gewonnen werden. Dadurch steigt lediglich das Volumen des Outputs (gemessen in Barrel oder Liter).

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Ölproduktion Welt (All Liquids) 1990 bis 2013

Letzte Aktualisierung: 5. Apr. 2013

Der Chart zeigt die globale Ölproduktion für die Jahre 1990-2012.

Der Zusatz „All Liquids“ bedeutet, dass neben Rohöl (und Kondensaten) im engeren Sinn auch die sehr leichten Öle aus Öl- und Gasfeldern (Natural Gas Liquids) sowie Biokraftstoffe und synthetisches Öl aus Ölsand, Schwerstöl, Erdgas und Kohle (GTL, CTL) berücksichtigt werden – also das gesamte Ölangebot.

Die Ölproduktion war nach 2005 zunächst auf einen flacheren Wachstumspfad eingeschwenkt, hat aber ihren Aufwärtstrend nach 2009 wieder aufgenommen. Zunächst kürzte die OPEC 2008/09 ihre Quoten , um den steil fallenden Ölpreis zu stabilisieren. 2011 wurden die globalen Fördermengen durch die Libyenkrise und zahlreiche andere Störungen gebremst. Im laufenden Jahr 2012 hat Saudi-Arabien seine Produktion hochgefahren, um Exportausfälle des Iran auszugleichen.

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Anmerkungen:
Es wurde die jeweils aktuellste Quelle verwendet. Trotzdem zeigen sich Unterschiede zwischen EIA, IEA und BP (Statistical Review), vor allem wegen leicht abweichender Definitionen, Inkonsistenzen, fehlender Aktualität und diversen Schätzverfahren. Für das Jahr 2012 ist noch mit einigen Revisionen zu rechnen, da einige Staaten ihre Mengen erst mit Verspätung melden.

 

Energy Watch Group: Neue Studie zu Öl, Gas und Kohle

Die Münchner Energy Watch Group hat unter der Leitung von Dr. Werner Zittel eine neue Studie zur Verfügbarkeit von Energierohstoffen veröffentlicht: Fossil and Nuclear Fuels – the Supply Outlook.

Pressemitteilung, deutsche Kurzfassung und englische Langfassung gibt es auf der Seite der Energy Watch Group.

Einen guten Überblick zur Studie liefert Norbert Rost auf peak-oil.com. Informativ auch das Interview im Deutschlandfunk.

UNESCO-Auszeichnung für Peak Oil Veranstaltung an der Uni Münster

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Die staatliche Energiepolitik in vielen Ländern ist verunsichert. Wird Öl knapp oder ist dieser Rohstoff noch im Überfluss vorhanden? Das Peak-Oil-Seminar an der Universität (wir berichteten in unserem Blogeintrag im Oktober 2012) widmete sich dieser Frage und wurde dafür jetzt von der UNESCO als ”Einzelbeitrag zur UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Hauptthema war die sehr kontrovers geführte Peak Oil Diskussion und Schlussfolgerungen für die deutsche Energiepolitik. Die Veranstalter: „Mit der Auszeichnung steht das Projekt im Rahmen der weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen. Diese haben den Zeitraum von 2005 bis 2014 zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Grund ist, dass das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung weltweit von hoher Bedeutung ist, bisher aber zu wenig dafür getan wurde. Mit Projekten wie dem Peak-Oil-Seminar wird dies geändert und die studentischen Veranstalter freuen sich über die Anerkennung ihres innovativen Impulses.“ (Mehr zu dieser Veranstaltung; Kontakt: Jörn Hamacher (joern.hamacher@uni-muenster.de).

Dr. Steffen Bukold (EnergyComment) hat in der begleitenden Veranstaltungsreihe einen Vortrag zum Thema „Peak Oil – Aktualisierung einer Debatte“ gehalten. Nähere Informationen und Links zum Video finden Sie hier.

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Peak Oil – Aktualisierung einer Debatte

Am 23. Oktober hatte ich die Gelegenheit, an der Universität Münster einen Vortrag zum Thema Peak Oil zu halten (Details  zur Veranstaltung). 

Die Debatte um eine bevorstehende Ölverknappung und ihre Bedeutung für die Energiepolitik hat in den letzten 10 Jahren immer wieder unerwartete Wendungen genommen. Bis vor etwa fünf Jahren wurde „Peak Oil“ als modellierbares und prognostizierbares Ereignis nur in Spezialistenkreisen oder einigen Internetforen debattiert. Aber der rasche Anstieg der Ölpreise, und damit auch der Tankstellenpreise und Heizölpreise, bis auf knapp 150 $/b im Jahr schob diese Ansätze 2008 in das Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Peak Oil, also der Höhepunkt der globalen Ölförderung, schien nun unmittelbar bevorzustehen, eventuell sogar schon hinter uns zu liegen.

Doch in den letzten drei Jahren gerieten die Peak-Oil-Ansätze in die Defensive. Neue Ölfunde, von brasilianischem Tiefwasseröl bis zu amerikanischem Shale Oil, eine etwas langsamer steigende Ölnachfrage und ein mehr oder weniger stabiler Ölpreis schienen die These zu stützen, dass die zentralen Annahmen der klassischen Peak Oil Ansätze revidiert werden müssen. Der Peak ist nämlich nur modellierbar, wenn (1) fast alle Ölvorkommen bereits bekannt sind und wenn (2) die großen, leicht erschließbaren Felder vor den kleineren, weniger ergiebigen Feldern entdeckt werden.

In meinem Vortrag habe ich versucht, den Stand dieser Debatte darzustellen. Mein Fazit ist u.a., dass sich mit den klassischen Peak-Oil-Ansätzen eine drohende Ölverknappung nicht mehr modellieren lässt. Die Risiken, die zweifellos vorhanden sind und immer noch wachsen, haben sich verschoben: Nicht der Peak sollte unsere unmittelbare Hauptsorge sein, sondern eine schon heute jederzeit mögliche Ölverknappung.

Der Vortrag besteht aus sechs Teilen:

1. Relevanz des Themas: Pfadabhängigkeit der Energieversorgung
2. Was ist Peak Oil?
3. Die Ansätze: Sechs Analysemodelle
4. Entwicklung der Debatte – Kritische Punkte
5. Prognosen
6. Fazit

Hintergründe zur Veranstaltung, die Vortragsfolien und Videoaufnahmen von allen vier Vorträgen finden Sie auf der Webseite der Veranstalter (Kontakt: Matthias Wanner).

Bei eventuellen technischen Problemen können Sie die Folien auch hier herunterladen:  peak-oil-vortrag-bukold und die Videoaufnahme des Vortrags hier: (Teil 1) (Teil 2) (Teil 3).

vortragsreihe-peak-oil