10 May 2017

Global Energy Briefing Nr.150 – Wärmewende; Ölförderkosten; EV+PV

By |2019-01-08T17:46:51+00:00Wednesday, 10 May 2017|Categories: Energetische Gebäudesanierung, Heizkosten, Ölmarkt, Photovoltaik, Wärmemarkt|0 Comments

Aus dem Inhalt:

  1. Energiepreise weltweit mit Charts (kurzfristig und langfristig): Rohöl, CoT Brent/WTI, EU Gas, EU Speicherbestände, US Gas, LNG Asien, Kohle ARA, Phelix Spot und Cal18, EUA, Auktionsergebnisse PV und Wind; LCOE-Analysen
  2. Ölmarktbericht
  3. Gasmärkte (EU, US, LNG Asien)
  4. Kohlemärkte
  5. Strommarkt & Carbon (Westeuropa)
  6. Features:
  • Was kostet Rohöl? Von den Förderkosten bis zur Steuerquote – ein internationaler Vergleich
  • Energetische Gebäudesanierung: Bundesweite Erhebungen zeigen massive Abweichung von den Erwartungen
  • Wie schnell kommen PV und EV? Stärken und Schwächen des Grantham/CarbonTracker Berichts
  • Die Top10 der globalen Photovoltaik-Branchen: Eine Übersicht

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6 April 2016

GEB Nr.131 – Kostenvergleiche Heizungen & Elektromobilität

By |2017-12-18T18:26:23+00:00Wednesday, 6 April 2016|Categories: Elektromobilität, Heizkosten, Heizungsmarkt, Ölbranche, Verkehr & Energie, Wärmemarkt, Windenergie|0 Comments

27. März 2016

Die aktuelle Ausgabe unseres Abo-Newsletters GLOBAL ENERGY BRIEFING Nr.131 vom 27. März 2016 widmet sich – neben den üblichen Preisübersichten und Marktdaten – folgenden Themen:

  • Feature: Heizen in Deutschland – Vergleich der Kosten und Emissionen unterschiedlicher Heizungsoptionen im Neubau
  • Feature: Elektromobilität – Vollkostenvergleich in Deutschland, China und USA
  • Trendwende im Ölmarkt
  • LNG-Preise im freien Fall
  • Neue Trends im Strommarkt der USA
  • Renditen der Offshore-Windparks in Deutschland
  • Unerwartete Verkehrswende in den USA
  • Deutsche Kohleassets bald wertlos (Studie)
  • China bremst Windkraftausbau
  • Aktuelle Preisdaten: Öl – Gas – Kohle – LNG – Kohle – Strom – CO2
  • u.v.m.

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25 September 2014

Gaspreise Verbraucherschutz
Stiftung Warentest warnt vor Verivox & Co.

By |2014-09-26T13:41:30+00:00Thursday, 25 September 2014|Categories: Brennstoffkosten, Gasheizung, Heizkosten|0 Comments

Was bei Strom und Handy klappt, geht auch bei Gas. Verbraucher können ihren Gasanbieter im Internet wechseln und dabei unter Umständen eine Menge Geld sparen. Die Preisspanne zwischen dem örtlichen Grundtarif und preiswerten Konkurrenten liegt in vielen Städten bei 1-2 Cent/kWh – und das bei einem Gesamtpreis von etwa 6,5 Cent/kWh!

Die Stiftung Warentest hat Vergleichsportale untersucht und warnt vor blindem Vertrauen in die Vermittler.

Gerade die marktbeherrschenden Portale Verivox und Check24 präsentieren oftmals unfaire und wenig verbraucherfreundliche Angebote auf den ersten zehn Plätzen und lassen sich diese Irreführung gut bezahlen. Werbepartner der Portale sind von scheinbar neutralen Kaufempfehlungen oft kaum zu unterscheiden. Wer den Portalen keine Provisionen zahlt, ist nur mit Mühe in den Listen zu finden.

Also: Mit Mühe und einer gesunden Portion Misstrauen gegenüber Verivox & Co. können Verbraucher im Internet günstige und umweltbewusste Gasanbieter entdecken. Es lohnt sich.

26 January 2014

Info: Brennstoffkosten im Wärmemarkt bis Dezember 2013

By |2014-01-26T22:36:21+00:00Sunday, 26 January 2014|Categories: Brennstoffkosten, Heizkosten, Wärmemarkt|0 Comments

Der folgende Chart zeigt die Entwicklung der Brennstoffkosten bzw. Heizenergiekosten für Privathaushalte 2006 bis Dezember 2013.

Um die Preisentwicklung vergleichbar zu machen, benutzen wir einen Index mit der Basis Januar 2006 = 100. Datenquelle ist Destatis. Bitte beachten Sie, dass die tatsächlichen Kosten regional und je nach Produkt unterschiedlich sind. Das Schaubild zeigt lediglich den durchschnittlichen Trend.

Es wird deutlich, dass alle Versorgungsarten deutlich teurer geworden sind. Erdgas hat die geringste Dynamik beim Preisanstieg und zeigt ebenso wie die Fernwärme relativ geringe Preisschwankungen im Zeitverlauf. Die Holzpreise (v.a. Pellets) ziehen seit 2010 gemächlich aber sehr stetig an. Die Heizölpreise haben einen extrem steilen Preisanstieg hinter sich und sind nach Strom die Variante mit den höchsten Kosten.

Brennstoffpreise 2006 bis Dezember 2013

Brennstoffpreise 2006 bis Dezember 2013

23 January 2014

Info: Gradtage 2013

By |2014-01-23T20:03:53+00:00Thursday, 23 January 2014|Categories: Heizkosten|0 Comments

Zur Bewertung von Heizanlagen und Heizkosten unerlässlich: Die Gradtage 2013. Sie zeigen, wie stark und wie oft geheizt werden musste (berechnet aus der Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur). Anbei die Statistik, die von der AG Energiebilanzen bereitgestellt wurde. Dabei werden Daten des Deutschen Wetterdienstes und BDEW verwendet.

Im Jahr 2013 musste überdurchschnittlich viel geheizt werden. Der Wert liegt bei 3644 und damit etwa 6% über dem Jahr 2012 (3459) und etwa 3% über dem langjährigen Durchschnitt (3546). Dafür ist vor allem der Monat März 2013 verantwortlich, der ungewöhnlich kalt war.

Gradtagzahlen 2012-2013 (Quelle: AGEB)

Gradtagzahlen 2012-2013 (Quelle: AGEB)

 Durchschnitt der Messwerte der Stationen: Berlin-Tempelhof, Hamburg-Fuhlsbüttel, Essen, Franfurt/Main (Flughafen), München-Stadt

* Nach VDI-Richtlinie 2067

Quelle: AG Energiebilanzen

17 January 2014

Niedrige Gaspreise dank Fracking? Der US-Wärmemarkt und seine jährlichen Krisen

By |2014-01-17T17:26:07+00:00Friday, 17 January 2014|Categories: Gaspreise, Heizkosten, shale gas, Stromheizung|0 Comments

Zusammenfassung: Gas ist im Großhandel in den USA deutlich billiger als in Deutschland. Aber bei den Verbrauchern kommt dieser Preisvorteil kaum an. Insbesondere der Nordosten der USA leidet immer wieder unter Rekordpreisen für Erdgas.

„Niedrige Gaspreise durch Fracking“ – mit diesem Argument wird in Deutschland und ganz Europa die Werbetrommel für Bohrgenehmigungen und Subventionen geschlagen. Bestes (genauer: einziges) Beispiel dafür seien die USA und ihr Schiefergasboom. Ein Exodus der Industrie über den Atlantik und erhebliche Nachteile für die deutschen Verbraucher seien die Folgen der deutschen Fracking-Abstinenz.

In diesem Artikel wird nicht auf die Kurzlebigkeit des Schiefergasbooms und seine vielfältigen ökologischen und sozialen Kosten eingegangen (mehr dazu). Hier geht es nur um eine kritische Analyse des Preisarguments.

Auf den ersten Blick sind die Preisunterschiede im Großhandel in der Tat enorm. Erdgas kostet zur Zeit:

– in Deutschland (Gashubs) 2,7 Eurocent/kWh (10,7 $/MMBtu).

– in den USA (Gasbörse/HH)) 1,1 Eurocent/kWh (4,45 $/MMBtu).

Die niedrigen US-Preise sind das Ergebnis eines Booms von Fracking-Bohrungen in den Schiefergasregionen sowie fehlender Exportmöglichkeiten. Die amerikanische Gaspreise können sich daher von den Weltmärkten abkoppeln, zumindest bis 2017, wenn die ersten LNG-Exportterminals (LNG=Flüssiggas) ihren Betrieb aufnehmen.

Doch was hat der amerikanische Verbraucher davon, also der Gaskunde, der seine Wohnung und sein Warmwasser mit Erdgas heizt und dessen Strom durch die Verbrennung von Erdgas erzeugt wird?

Das Schaubild zeigt, dass der Preisrückgang bei den US-Großhandelspreisen (braune Linie) nach 2007 bei den Verbraucherpreisen für Erdgas (blaue Linie) nur sehr abgeschwächt angekommen ist.

Erdgaspreise USA - Citygate vs Privathaushalte

 

Das ist aber immer noch weniger als in Deutschland. Unter normalen Marktbedingungen lebt der Verbraucher in den USA billiger als hierzulande. Privathaushalte zahlten im Schnitt in den Wintermonaten der letzten Jahre 3,5 Euro-ct/kWh. In Deutschland muss ein Haushalt selbst bei einem günstigen Anbieter mit 6,5 ct/kWh rechnen. Gleicht man die deutschen Steuern und Abgaben an das niedrigere US-Niveau an, stehen immer noch unter dem Strich 3,5 ct/kWh (USA) gegenüber 5 ct/kWh („US-äquivalenter“ deutscher Gaspreis). Aber der Preisunterschied macht deutlich: “Revolutionen” sehen anders aus.

Und selbst dieses Preisgefälle gilt nur für „normale“ Marktbedingungen:

1. US-Gaspreise im Großhandel steigen und sind regional sehr unterschiedlich

Heizen mit Erdgas hat in den USA Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite steht das steigende Angebot aus den Schiefergasquellen und das niedrige nationale Preisniveau. Auf der anderen Seite muss das Erdgas oftmals über Tausende von Kilometern per Pipeline zum Verbraucher transportiert werden, v.a. aus dem Süden in den Norden des Landes. In vielen Regionen gibt es Transportengpässe, die von windigen Erdgashändlern und Pipelineunternehmen ausgenutzt werden. Zudem steigt die Nachfrage in manchen Bundesstaaten sprunghaft und z.T. unvorhersehbar an, weil Stromproduzenten je nach Preislage kurzfristig zwischen Erdgas und Kohle wechseln.

Bei aller Euphorie über die Shale Gas Revolution sollte man außerdem im Auge behalten, dass die Gasförderung in den USA 2013 nur um 1% gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Von den großen Schiefergasregionen wachsen zur Zeit nur noch das riesige Marcellus Shale (Pennsylvania) und Eagle Ford (Texas). In den großen „alten“ Shale-Regionen, wie z.B. Haynesville und Barnett, die schon seit über fünf Jahren intensiv durch Fracking und Directional Drilling erschlossen wurden, fällt die Förderung bereits.

Also wachsende Nachfrage, stagnierendes Angebot, schwierige Transportbedingungen. Da überrascht es nicht, dass die durchschnittlichen Großhandelspreise für Erdgas 2013 gegenüber dem Vorjahr steil angestiegen sind, wie die folgende Übersicht zeigt. Am wichtigsten Pipelinekreuz in Louisiana (Henry Hub) stieg der Preis um +35%. Der Nordosten (Algonquin Citygate, u.a. Boston) war mit einem Anstieg von +75% am stärksten betroffen. Der durchschnittliche Spotpreis lag hier bei 6,90 $/MMBtu, also fast 100% über dem Landesdurchschnitt. Zwar steigt im benachbarten Pennsylvania (Marcellus Shale) die Schiefergasproduktion steil an, aber die Konsumenten können mangels Infrastruktur frühestens 2016 von diesem Boom profitieren.

 

Gaspreisanstieg in den USA nach Region 2013 vs 2012. Quelle: EIA
Gaspreisanstieg in den USA nach Region 2013 vs 2012. Quelle: EIA

Das nächste Schaubild zeigt die enormen Differenzen zwischen den regionalen Großhandelspreisen. In den Wintermonaten liegen die Gaspreise im dicht besiedelten Nordosten der USA 5-10mal höher als im gasreichen Süden. Die Region hat mit ihren kalten Wintern einen hohen Heizbedarf und muss einen großen Teil des Gases über Pipelines aus dem Süden des Landes importieren.

Gaspreise (Spotmarkt) im Nordosten der USA und Henry Hub (Louisiana). Quelle: EIA
Gaspreise (Spotmarkt) im Nordosten der USA und Henry Hub (Louisiana). Quelle: EIA

Jedes Jahr erlebt der amerikanische Nordosten dieselben Knappheitspreise, die zu traumhaften Renditen bei Gashändlern führen:

  • Eine Kältewelle führte Ende 2013 rund um Boston zu einem Sprung der Großhandelspreise von 5 auf 33 $/MMBtu. Die Pipelines lieferten nicht genug Gas und Erdgashändler nutzen die Situation aus. Das betraf dann nicht nur die Heizrechnung, sondern auch die Stromrechnung: Da mehr als 50% der Kraftwerke in New England Gas verbrennen, sprang der ohne schon hohe Strompreis in Massachusetts von 80 auf 120 $/MWh. Viele amerikanischen Haushalte, auch im kalten Nordosten, heizen mit Strom.
  • Auch im Winter 2012 erreichte der Gaspreis Rekordwerte: Kraftwerksbetreiber (Strom) und Gasgesellschaften (Wärme) boten um die Wette, als die Pipelinekapazitäten knapp wurden. Im Januar 2013 mussten zeitweise mehr als 31 $/MMBtu bezahlt werden.
  • Aber die Kältwelle vor 14 Tagen (Anfang Januar 2014) schlug alle Rekorde: Die Gaspreise (Spotgroßhandel) stiegen für die Stadt New York auf 57 $/MMBtu (siehe folgendes Schaubild), in New Jersey auf $71 und in der Region Boston auf ein Hoch von 50 $/MMBtu, bevor sie dann auf $34 zurückfielen – was jedoch immer noch weit jenseits der landesweiten Durchschnittspreise von aktuell $4,4/MMBtu lag. Nach dem 7. Januar ging es steil nach unten bis auf das übliche Preisniveau, aber jetzt sind die Speicher leer. Jede zusätzliche Kältewelle wird zu neuen Knappheitspreisen führen. Die Meterologen haben für Ende Januar fallende Temperaturen angekündigt.
  • Im fernen Texas, das ebenfalls Anfang 2014 von der Kältewelle erfasst wurde, stiegen die Strom-Großhandelspreise (Spot) für wenige Minuten auf 5.258 $/MWh – ein Allzeitrekord (normal sind 50 $/MWh). 58% der texanischen Haushalte heizen mit Strom, so dass Änderungen bei den Strompreisen auch auf die Wärmepreise wirken.

 

New York Strom- und Gaspreise Dez.13/Jan.14 Quelle: EIA
New York Strom- und Gaspreise Dez.13/Jan.14 Quelle: EIA

 

Folgen für die Heizkosten der Privathaushalte

Nicht alle privaten Haushalte sind unmittelbar von den wilden Preisschwankungen im Erdgas-Großhandel betroffen. Für sie werden sich die höheren Einkaufspreise ihres Versorgers erst bemerkbar machen, wenn die Preisbindung ihres Gasvertrags ausläuft. Viele Kunden verzichten jedoch auf die 12- oder 24-monatige Preisbindung und werden die Folgen daher schon in der nächsten Gasrechnung sehen.

Dämpfend wirkt, dass viele Gasversorger Instrumente zur Absicherung ihrer Einkaufspreise einsetzen, doch das ist nicht kostenlos und von Versorger zu Versorger unterschiedlich. Die Gaskraftwerksbetreiber sind direkter betroffen, da sie ihr Gas normalerweise extrem kurzfristig auf dem Spotmarkt zukaufen. Haushalte mit Stromheizungen sind also unmittelbar von den hohen Gaseinkaufskosten ihrer Versorger betroffen.

Die amerikanische Energiebundesbehörde EIA erwartete schon im Oktober 2013, dass etwa 90% der 116 Mio. Privathaushalte in den USA in diesem Winter mit höheren Heizkosten rechnen müssen. Das nächste Schaubild zeigt, dass die Öl- und Gasschwemme in den USA im Wärmemarkt seit 2007 kaum Eindruck hinterlassen hat. Die Stromheizungen blieben in etwa gleich hoch, die Heizölpreise stiegen und Erdgas zieht seit zwei Jahren im Preis wieder an.

Heizkosten USA 2007-2014 (Heizöl, Propan, Strom, Propan)

Heizkosten USA 2007-2014 (Heizöl, Propan, Strom, Propan)

Haushalte, die mit Erdgas heizen, sollten selbst nach der moderaten Prognose vom Oktober mit durchschnittlich $679 Heizkosten im Winterhalbjahr rechnen (vgl. Schaubild unten); das sind 13% mehr als im letzten Winter; Propanheizer zahlen $1666 (+9%), Stromheizer $909 (+2%) und Heizölkunden $2046 (-2%). Doch diese Zahlen sind angesichts der Kältewelle im Dezember/Januar schon Makulatur. Die EIA konnte nicht ahnen, dass ihre vorsichtige Kälte- und Preisprognosen noch weit übertroffen werden.

Gaspreise und Heizkosten je Haushalt in den USA. Quelle: EIA

Gaspreise und Heizkosten je Haushalt in den USA. Quelle: EIA

 

 

Heizölpreise und Heizkosten je Haushalt mit Ölheizung in den USA. Quelle: EIA
Heizölpreise und Heizkosten je Haushalt mit Ölheizung in den USA. Quelle: EIA

 

Fazit

Vom Schiefergasboom kommt bei den Verbrauchern nicht viel an: Die Privathaushalte in den USA, v.a. im Nordosten, müssen sich auf steigende Heizkostenabrechnungen gefasst machen. Einige Regionen (New York, Boston etc.) erleben sogar neue Rekordpreise für Gas und Strom.

Das folgende Schaubild zeigt, dass die deutschen Gaspreise für Privathaushalte nicht so weit wie erwartet von den US-Gaspreisen entfernt liegen. Das gilt insbesondere dann, wenn man die in Deutschland höhere Abgabenquote (Umsatzsteuer, Erdgassteuer) an das US-Niveau anpasst.

 

Preisvergleich für private Haushalte: Gaspreise in Deutschland, USA, US-Bundesstaaten

Vergleich Gaspreise Deutschland USA bis Oktober 2013

Vergleich der Gaspreise für private Haushalte Deutschland/USA bis Oktober 2013 (Quelle: EIA)

Energiepolitiker warnen bereits, dass sich der Nordosten der USA zu einseitig auf Erdgas stützt. Sie plädieren für eine höhere Energieeffizienz der Heizungen, bessere Dämmung der Häuser, für Solar- und Windenergie, um die regionale Energieversorgung krisenfest zu machen.

 


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Fotonachweis: Akassped (Flickr) mit CC-License

14 January 2014

Energetische Gebäudesanierung weltweit: IEA fordert 2% Sanierungsquote

By |2014-01-17T14:26:46+00:00Tuesday, 14 January 2014|Categories: Energetische Gebäudesanierung, Energieverbrauch, Gebäudedämmung, Heizkosten, Wärmemarkt|0 Comments

Gebäudedämmung: Wie und mit welchem Aufwand? Oder doch nur eine modernere Heizung? Diese Fragen bewegen längst nicht nur deutsche Gemüter. Von Russland bis Mexiko, von Norwegen bis Thailand ist der Heizungs- und Kühlungsbedarf von Gebäuden angesichts steigender Heizölpreise und Gaspreise eine wichtige Stellschraube für Investoren, den nationalen Energiebedarf oder die Außenhandelsbilanz. Und auch klimapolitisch führt kein Weg am Gebäudesektor vorbei.

Die Internationale Energieagentur (IEA) stellte hierzu jüngst ihre „Technology Roadmap: Energy Efficient Building Envelopes“ vor (Paris Dez. 2013, Hauptautor Marc LaFrance; in Kooperation u.a. mit der Russian Energy Agency, Tsinghua University und dem amerikanischen Energieministerium).

Überblickszahlen: Der globale Wärmemarkt

In Gebäuden wird weltweit mehr als ein Drittel der Energie verbraucht und direkt oder indirekt ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen verursacht. In kalten Regionen sind es sogar bis zu 50%. Je nach Klimaregion wird 20-60% des gesamten Energieverbrauchs in einem Gebäude vom Design und den Materialien seiner Hülle festgelegt. Im Jahr 2010 wurde 70% der Gebäudeenergie in Wohngebäuden und 30% in gewerblich genutzten Gebäuden verbraucht.

Die meisten Gebäude in den alten Industrieländern (OECD) wurden vor 1970 gebaut und haben eine Lebensdauer von 50 bis 100 Jahren. Die Sanierungsrate liegt bei etwa bei 1% pro Jahr, aber nur ein kleiner Teil davon führt zu einer deutlich verbesserten Energieeffizienz. Hier sollte, so die IEA, energiepolitisch ohne Zögern gehandelt werden, da sich größere energetische Sanierungen oftmals nur lohnen, wenn ohnehin größere (nicht-energetische) Sanierungsmaßnahmen notwendig werden – also nur alle 20 Jahre ein Mal.

In den Entwicklungs- und Schwellenländern hingegen werden viele Gebäude bereits nach 25-35 Jahren wieder abgerissen. Insgesamt wächst der urbane Gebäudebestand dort rasch an. Hier ist es notwendig, möglichst rasch umfassende Building Codes (Bauvorschriften) einzuführen und zu überwachen, um Fehlentwicklungen zu stoppen.

Ohne eine höhere Energieeffizienz der Gebäude wird der Energiebedarf bis 2050 um 50% steigen. Nicht zuletzt, weil die Weltbevölkerung bis dahin um 2,5 Mrd. Menschen anwächst. Die Zahl der privaten Haushalte wird 2010 bis 2050 um fast 70% sprunghaft anwachsen, von 1,9 auf 3,2 Milliarden Haushalte, also Wohneinheiten. Die Wohnfläche wird ähnlich stark von 206 Mrd. auf 357 Mrd. Quadratmeter expandieren. Das entspricht recht genau der gesamten Fläche Deutschlands.

In fast allen Regionen steht bei der Gebäudenergie der Heizbedarf und der Kühlungsbedarf („Air Conditioning“) im Zentrum. Die Raumkühlung stellt dabei den dynamischsten Sektor dar: Bis 2050 soll der Energieaufwand hier um 150% steigen, außerhalb der Industrieländer sogar um 300-600%.

Entwicklung des Gebäudebestandes 2010 vs 2050

Entwicklung des Gebäudebestandes 2010 vs 2050 (Quelle: IEA)

Rahmendaten für den globalen Wärmemarkt (Quelle: IEA)

Rahmendaten für den globalen Wärmemarkt (Quelle: IEA)

 

Energieeinsparungen und Kosten in einem Klimaschutzszenario („2DS“)

Moderne Gebäudehüllen können in kalten Klimazonen den Heizbedarf auf nur noch 20-30% gegenüber dem aktuellen OECD-Durchschnitt reduzieren, ohne dass innovative Technologien zum Einsatz kommen müssten. In heißen Regionen können moderne Gebäudehüllen den Einsatz von Air Conditioning stark reduzieren, oftmals völlig überflüssig machen.

Die folgenden Beispiele zeigen die unterschiedlichen Anforderungen an die energetische Gebäudesanierung (U=Wärmedurchgangskoeffizienten bei Dach und Wänden) im Vergleich zu konventionellen Bauweisen:

Gebäudedämmstandards weltweit

Gebäudedämmstandards weltweit (Quelle: IEA)

In einem energischen Klimaschutzszenario („2DS“) wäre die benötigte Heiz- und Kühlungsenergie im Jahr 2050 50-65% niedriger als im Trendszenario. Der Heizenergiebedarf sinkt dann in Neubauten der Industrieländer auf 25 kWh/m2. Allein die besseren Gebäudehüllen sparen dann jährlich 5,8 EJ ein – v.a. in China, der EU, Russland, Kanada und den USA (zum Vergleich: Der aktuelle Endenergiebedarf Deutschlands für Raumwärme liegt je nach Winter bei 1,4-1,9 EJ). Im Jahr 2050 liegen die direkten CO2- Emissionen entsprechend um 525 Mio. Tonnen CO2 niedriger. Nullenergiehäuser werden dann vom Nischenmarkt zum Standardmodell.

Energieeinsparung durch energetische Gebäudesanierung im Klimaschutzszenario (2DS) gegenüber dem Trendszenario (6DS)

Energieeinsparung durch energetische Gebäudesanierung im Klimaschutzszenario (2DS) gegenüber dem Trendszenario (6DS) (Quelle: IEA)

Das kommt jedoch nicht zum Nulltarif. Die Investitionen sind beträchtlich und belaufen sich 2015-2050 auf zusätzliche 3.700 Mrd. Dollar für die verbesserten Gebäudehüllen weltweit bei Bestands- und bei Neubauten. Auf der Habenseite steht neben dem Klimaschutz eine erheblich reduzierte Heiz/Kühlrechnung: Pro Jahr werden 125 Mrd. Dollar an Öl, Gas etc. eingespart.

Kostenbeispiel (Life Cycle Cost) für eine relativ kalte Region: Low-E-Glass, starke Dämmung, Luft-Wärmepumpe statt Heizstrahler. Die Kurven zeigen, dass ein integrierter Ansatz die niedrigsten Gesamtkosten (LCC) hat, wenn die bessere Dämmung eine Verkleinerung der kapitalintensiven Heizanlage ermöglicht. Der integrierte Anstz spart insgesamt 42% der Kosten und mehr als 80% der Heizenergie ein.

Kostenvergleich: Modernisierung der Heizanlage; Verbesserung der Gebäudehülle; integrierter Ansatz mit/ohne Anpassung der Heizungsanlage

Kostenvergleich: Modernisierung der Heizanlage; Verbesserung der Gebäudehülle; integrierter Ansatz mit/ohne Anpassung der Heizungsanlage (Quelle: IEA)

Forderung der IEA: 2% Sanierungsquote und Gesamtkostenbetrachtung

Die IEA plädiert dafür, die Sanierungsrate auf mindestens 2% pro Jahr zu verdoppeln, v.a. in den nördlichen Industrieländern wie Deutschland, wo 75-90% des aktuellen Gebäudebestands auch 2050 noch bewohnt sein wird. Dabei sollte das ganze Spektrum von Vorteilen im Auge behalten werden: Das reicht von der langfristigen Energieeinsparung, über gesundheitliche Vorteile der Bewohner bis zur Schaffung von Arbeitsplätzen und höheren Steuereinnahmen.

Ein aktuelles Beispiel ist das Programm „Warm Up New Zealand: Healthy Homes“. Es kommt insbesondere Familien mit niedrigem Einkommen in älteren Gebäuden zugute. Es umfasst 178.000 Gebäudesanierungen und 61.000 Heizungsmodernisierungen in den Jahren 2009-2012. Eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse, die insbesondere die verbesserte Gesundheit der Bewohner berücksichtigte, kam auf einen gesellschaftlichen Nutzen, der 4mal höher lag als die Investitionen.

In anderen Beispielen in heißen Regionen konnte klar gezeigt werden, dass schlechte Wärmeisolierungen (Klarglas Richtung Süden, nicht-reflektierende Dachmaterialien etc.) eine erhöhte Sterblichkeitsrate bei Hitzewellen verursachen.

Mehr Forschung, mehr Benchmarking, mehr Kosteneffizienz

Das deutsche Passivhaus-Konzept hat sich seit 1990 erfolgreich in der ganzen Welt verbreitet, wie die IEA lobend hervorhebt. Die Herausforderung besteht jetzt darin, die Kosten für diese Bauweise so stark zu senken, dass sie auch für den Massenmarkt attraktiv wird. Ebenso fanden die deutschen KfW-Förderprogramme weltweit Nachahmer. Nach wie vor einzigartig, so der IEA-Bericht, ist das KfW-Programm für die ostdeutschen Bundesländer, wo innerhalb von 20 Jahren 61% der Gebäude saniert wurden.

Im einzelnen bleibt trotzdem noch viel zu tun, um die Qualität der Gebäudehüllen zu verbessern und trotzdem die Kosten der Maßnahmen zu senken.

Aktivitäten sind insbesondere hier nötig:

• Verbesserte internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung preiswerter Passiv- und Nullenergiehäuser (hier führen Deutschland, Kanada, die EU und die USA)

• Weiter verbesserte Hochleistungsfenster

Dünnere, weniger materialintensive Dämmtechniken

Weniger Arbeitsaufwand bei der Versiegelung von Gebäuden

Wetterbeständigere und preiswertere reflektierende Oberflächen für Dächer und Beschichtungen in heißen Regionen („Cool Roof“)

• Einheitliche internationale Effizienzindikatoren und Benchmarks für den Energieverbrauch diverser Gebäudetypen

• Bessere Marktbeobachtung: Wo setzen sich welche Ansätze und Produkte für bessere Gebäudehüllen durch?

• Einführung strikter energetischer Bauvorschriften für Neubauten (Building Codes IEA-UNDP) insbesondere in Schwellenländern. Jüngste Beispiele in China (Qinhuangdao, mit deutscher Beteiligung) zeigen, dass auch Hochhäuser in Innenstädten sehr gute Verbrauchswerte erreichen können.

Jede Region hat ihr eigenes Profil. Hier die Durchdringung regionaler Wärmemärkte mit einzelnen Komponenten moderner Gebäudehüllen, geordnet nach Land, Maßnahme und Grad der Markterschließung:

Marktpotenziale Gebäudedämmung weltweit

Regionale und internationale Marktpotenziale für Maßnahmen zur Gebäudedämmung weltweit (Quelle: IEA)

 


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10 January 2014

Studie: Fossile Energieimporte und hohe Heizkosten (Teil 5 & Schluss)

By |2014-01-17T14:27:33+00:00Friday, 10 January 2014|Categories: Energiewende, Heizkosten, Heizölpreise|0 Comments

In einer Serie von Artikeln auf dieser Webseite stellen wir unsere Kurzstudie für die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vor: Fossile Energieimporte und hohe Heizkosten – Herausforderungen für die deutsche WärmepolitikSie wurde am 27. Dez.2013 veröffentlicht und in fast allen großen Medien Deutschlands vorgestellt und kommentiert.

Wenn Sie den Text lieber offline lesen wollen, können Sie die gesamte Studie auch als PDF herunterladen:  Download der Studie (PDF)

Lesen Sie hier nun den letzten Teil (Fortsetzung von Teil 4):

5.4 Heizöl – Preisfalle für 12 Mio. Haushalte

Heizöl ist mittlerweile zur Preisfalle für 12 Millionen deutsche Haushalte geworden. Im Sommer 2012 wurden in vielen Regionen Deutschlands die Allzeithochs aus dem Jahr 2008 erreicht und zum Teil sogar überschritten. Preise zwischen 85 und 95 Euro für 100 Liter (Standardlieferung) wurden 2012 zur Norm. Im Jahr 2013 ließ der Preisdruck nach. Derzeit liegen die Heizölpreise bei 80-85 Euro/100 Liter. Zehn Jahr zuvor lagen sie im Schnitt nur bei 35 Euro, 1998 bei lediglich 22 Euro.

Die bisherige Preisentwicklung macht aus dem ehemals preiswerten Brennstoff Heizöl eine vergleichsweise teure Heizart mit hohem Preisrisiko. Die Preise stiegen 2002-2012 um 153%, während die Gaspreise “nur” 53%, Fernwärme 67% und Holzpellets 37% zulegten. Die tatsächlichen Kosten für Heizöl liegen oftmals noch höher, da der Trend zu kleineren Bestellmengen geht: Der Preisaufschlag etwa für eine 1000-Liter-Bestellung gegenüber einer 3000-Liter-Standardorder liegt bei durchschnittlich 3-5%.

Heizöl ist bei den laufenden Verbrauchskosten aufgrund der hohen Brennstoffpreise nach dem Elektroofen die teuerste Heizvariante.30  Die Attraktivität von Alternativen wie Holzpellets und Sole-Wasser-Wärmepumpen leidet jedoch unter den hohen Kapitalkosten, während sich die Bilanz der Fernwärme durch die hohen betriebsgebundenen Kosten verschlechtert hat. Ein Erdgasbrennwertkessel ist in vielen Fällen die günstigste Variante. Aus Kostengründen finden sogar Braunkohle-Briketts für Privathaushalte wieder mehr Absatz – mit entsprechend hohen Emissionen.

Einzelne Länder wollen diesen Trend entschärfen, indem sie aktiv in die Heizstruktur der Zukunft eingriffen. So hat Dänemark den Einbau von Ölheizungen in Neubauten untersagt, wenn technische Alternativen zur Verfügung stehen. Ab 2016 werden auch die Altbauten umgestellt. Stattdessen setzt man dort verstärkt auf Fernwärme, die insbesondere in großen solarthermischen Anlagen entsteht.

 

Preisentwicklung bei Heizöl, Holzpellets und Erdgas

Preisentwicklung bei Heizöl, Holzpellets und Erdgas

Quelle: http://www.carmen-ev.de/infothek/preisindizes/holzpellets/graphiken

5.5 Energiearmut und fehlende Alternativen

Akzeptable Zimmertemperaturen während der Heizperiode gehören unstrittig zur Grundversorgung der Bevölkerung. Verbraucherverbände beklagen jedoch europaweit bei der Strom- und Wärmeversorgung eine grassierende “Fuel Poverty” (Energiearmut31 ). Strom- und Gassperren werden statistisch erfasst, aber das gilt nicht für leere Heizöltanks oder kalte Wohnungen.

Hohe Ölpreise machen sich bei der Heizkostenrechnung in 29% aller deutschen Haushalte bemerkbar. Kurzfristige Lösungen sind wegen der hohen Investitionskosten neuer Heizlösungen oftmals schwierig. In Mietwohnungen entscheidet zudem der Vermieter über die Art der Heizanlage, deren Brennstoffkosten einfach an die Mieter weitergereicht werden können (Investor-Nutzer-Dilemma).

Hinzu kommt, dass gerade ältere Einfamilienhäuser oder schlecht gedämmte Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern mit Heizöl versorgt werden. Sie werden überdurchschnittlich häufig von älteren Menschen bewohnt, die sich auch tagsüber zu Hause aufhalten und daher höhere Heizkosten haben. Ein Großteil der 18 Mio. Wohngebäude wurde vor 1978 errichtet, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Hier, im älteren Gebäudebestand, liegt die größte  wärmepolitische Herausforderung.

Im Jahr 2008 (der aktuellsten verfügbaren Zahl) mussten 13,8% der deutschen Haushalte mehr als 10% ihres Nettoeinkommens für Energie aufbringen.32  Nach einem Bericht der Landesregierung in Schleswig-Holstein sind Geringverdiener ohne Transferleistungen von Energiepreissteigerungen besonders stark betroffen.33

Die Belastungen sind regional unterschiedlich und hängen von der Bausubstanz sowie klimatischen Bedingungen ab: Hohe Verbrauchswerte gibt es insbesondere in Nordeutschland, im Raum Berlin/Brandenburg und Südbayern.

In vielen Regionen rangieren über zwei Drittel des Gebäudebestands auf oder unter dem energetischen Standard des niedrigsten Wärmeschutzstandards (WSVO 77 und darunter). Etwa ein Drittel der Heizanlagen ist zudem älter als 20 Jahre.34

Mit der technischen Verbesserung allein ist es allerdings nicht getan. Schlecht gedämmte Gebäude weisen in der Praxis einen deutlich niedrigeren, sehr moderne Gebäude in der Praxis einen deutlich höheren Verbrauch auf, als es das Gebäudepotenzial erwarten lässt (Rebound-Effekt). Flächendeckende Erhebungen zeigen, dass der Verbrauch bei sehr gutem Dämmstandard doppelt so hoch wie errechnet und bei sehr schlechtem Dämmstandard nur halb so hoch wie errechnet ist.35

Hier spielen offensichtlich Änderungen im Nutzerverhalten eine entscheidende Rolle: Sparsamkeit und Verzicht hier, Verschwendung und höherer Komfort dort.

5.6 Preisprognose für Heizöl 

Generell macht sich die Bundesregierung keine Prognosen zur langfristigen Preisentwicklung von Öl, Kohle und Gas zu eigen.”36 

Diese Haltung ist schwer nachvollziehbar, wenn gleichzeitig mit Hinweis auf das gesetzliche Wirtschaftlichkeitsgebot die Weichen für die Gebäudesanierungspolitik oder die Förderung Erneuerbarer Energien neu gestellt werden sollen.

Ohne Annahmen zur längerfristigen Entwicklung der Brennstoffpreise lässt sich die Wirtschaftlichkeit langfristig angelegter politischer Programme wie der Energiewende schlichtweg nicht beurteilen. Ohne Preisprognosen werden solche langfristigen Projekte zwangsläufig auf Sicht gefahren und irrlichtern ohne klaren Kurs.

Die Argumente in den vorigen Kapiteln legen die Schlussfolgerung nahe, dass auch in Zukunft mit weiter steigenden Ölpreisen gerechnet werden sollte. Die Wahrscheinlichkeit einer Preisstagnation oder gar dauerhaft fallender Preise erscheint vergleichsweise gering. Jede vorausschauende Energiepolitik sollte diese Preisrisiken berücksichtigen.

Eine konservativ gerechnetes Szenario lässt folgende Heizölpreise für Verbraucher in der Zukunft erwarten (in Preisen des jeweiligen Jahres):

  • 2002 35 c/l (ca. 3,5c je kWh)
  • 2012 90 c/l (ca. 9c je kWh)
  • 2020 131 c/l (ca. 13c je kWh)
  • 2030 184 c/l (ca. 18c je kWh)

Dabei fließen folgende Annahmen ein:

  • ein stabiler Mehrwertsteuersatz 
  • stabile Energiesteuern
  • in realen Preisen konstante absolute Margen im Gasoil- und Heizölmarkt 
  • ein stabiles Euro-Dollar-Verhältnis
  • eine Fortsetzung des Rohölpreisanstiegs (Brent) der letzten 10 Jahre in absoluten Werten (plus 8,5 $/b pro Jahr); eine exponentielle Preissteigerung erscheint hingegen unwahrscheinlich aufgrund linearer Preiskomponenten und dämpfender Nachfrageeffekte.  

Das entspricht einer Kostensteigerung von durchschnittlich 4% pro Jahr, was lediglich 1,5-2 Prozentpunkte über der allgemeinen Inflationsrate liegt.37  Die Kostenstruktur verschiebt sich dadurch weiter von den eher stabilen Investitionskosten für Ölheizungen zu den rasch steigenden variablen Kosten für den Brennstoff Heizöl.

Prognose der Heizölpreise bis 2030

Prognose der Heizölpreise bis 2030

Die  Kosten für die Füllung eines handelsüblichen 3000-Liter-Tanks würden sich von 2700 Euro im Jahr 2012 auf 5520 Euro im Jahr 2030 verdoppeln und gegenüber 2002 verfünffachen.

Die Heizölrechnung (ohne Warmwasser) einer durchschnittlich gedämmten Wohnung (150 kWh/qm) mit 70 qm Wohnfläche steigt dadurch von ca. 945 Euro im Jahr 2012 auf 1932 Euro am Ende des kommenden Jahrzehnts (2030) – falls keine Sanierungsmaßnahmen erfolgen. Der monatliche Heizkostenabschlag steigt von 79 Euro auf 161 Euro.

Je länger der Betrachtungszeitraum ist, desto attraktiver erscheinen im Vergleich zu Heizöl Sanierungsmaßnahmen oder Heizungsarten mit geringeren Brennstoffkosten.

6. Exemplarische Gegenmaßnahmen

6.1 Heizöl in der Sackgasse

Heizöl weist im Vergleich zu anderen Heizarten sehr hohe CO2-Emissionen auf. Ölbrenner konnten in den letzten Jahrzehnten zwar technisch verbessert werden (vom Niedertemperatur-kessel zur Brennwerttechnik). Heute sind sie jedoch in einer technologischen Sackgasse angelangt, die keine weiteren Effizienzsprünge erwarten lässt. Mit anderen Worten: Das Heizen mit Öl wird immer teurer werden.

Dem steht heute eine ganze Palette neuer Technologien gegenüber, die ein erhebliches Entwicklungspotenzial haben, klimapolitisch akzeptabel sind und deren Kosten eher sinken als steigen werden.

Noch wichtiger als der Technologiewechsel in der Wärmeerzeugung ist jedoch die Nachfragereduzierung durch eine umfassende Sanierung der Gebäude. Hier besteht aktuell die Gefahr, dass das Sanierungstempo gedrosselt wird und stattdessen nur eine isolierte Effizienzsteigerung der Heizanlagen erfolgt, die nach einer späteren Sanierung ungeeignet oder zumindest überdimensioniert sein werden.

Daher lohnt ein Blick über den Tellerrand der Tagespolitik. Ein klimaverträgliches, integriertes Strom- und Wärmenetz der Zukunft auf Basis regenerativer Technologien kann nur dann wie geplant verwirklicht werden, wenn die Wärmenachfrage rechtzeitig und nachhaltig verringert wird.

6.2 Einsparpotenziale – Vier Beispiele

Die steigende Kostenbelastung und die Preisrisiken fossiler Energieimporte könnten durch eine Reihe von Maßnahmen entschärft werden.38

Welche Auswirkungen hätten bessere Heizungen, bessere Dämmung, effizientere PKW oder die Einführung von Elektrofahrzeugen auf unsere aktuelle Importrechnung? Um die Größenordnungen deutlicher zu machen, werden vier Einzelmaßnahmen und ihre Wirkung auf den Umfang der jährlichen Ölimporte vorgestellt:

Abbau alter Ölheizungen

Wenn 1 Mio. alte Ölheizungen (ca. 17% der Ölbrenner) in schlecht gedämmten Gebäuden durch andere Heizungen ersetzt werden, verringert sich der Heizölverbrauch in Deutschland um ca. 1,2 Mio. Tonnen Heizöl. Daraus ergeben sich Kosteneinsparungen beim Nettoölimport39 in Höhe von 0,8 Mrd. Euro.

Bessere Dämmung für alte Mehrfamilienhäuser 

Drei Viertel der Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1978 errichtet, also noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Durch bessere Gebäudehüllen in einer Million älterer Mehrfamilienhäuser40  mit Ölheizung könnten ca. 4,1 Mio. Tonnen Heizöl eingespart werden. Das könnte die deutsche Ölimportrechnung im Jahr um ca. 2,7 Mrd. Euro reduzieren.41

Effizientere PKW

Wenn die PKW-Flotte ihren Spritverbrauch um 1 Liter Kraftstoff auf 100 km verringert, sinkt der Bedarf an Rohölimporten bereits deutlich. Die Ölimportrechnung wäre dann z.B. im Jahr 2012 2,9 Mrd. Euro niedriger gewesen.42

Elektrofahrzeuge

Die Einführung von Elektrofahrzeugen (PKW) senkt ebenfalls den Importbedarf an Rohöl und Ölprodukten. Bei einer Flotte von 1 Million Elektrofahrzeugen (PKW) wäre die Ölimportrechnung 2012 560 Mio. Euro niedriger ausgefallen. Bei einer Flotte von 5 Millionen Elektrofahrzeugen, also einem Marktanteil von knapp 12 Prozent, liegt die Einsparung bereits bei 2,8 Mrd. Euro pro Jahr.43

In der Summe könnten diese vier Maßnahmen die Importkosten Deutschlands (Nettoölimporte) um 9,2 Mrd. Euro entlasten. Das wären 13,5% der gesamten Ölnettoimportkosten.

Ölimportabhängigkeit - Gegenmassnahmen

Ölimportabhängigkeit – Gegenmassnahmen

7. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

….finden Sie im ersten Kapitel dieser Studie (Link dorthin).

8. Anhang

Im PDF-Dokument.

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30 Vgl. hierzu AGFW: Heizkostenvergleich nach VDI 2067 Musterrechnung: 15.10.2012, Frankfurt/M. 2012; M. Cerveny/Th.Sturm: Vollkostenvergleich von Heizsystemen für Einfamilienhäuser, ÖGUT Wien Dez. 2011.

31 Unter “Energiearmut” im engeren Sinn wird hier nicht die durchschnittliche Kostenbelastung armer Haushalte verstanden, die in erster Linie eine sozialpolitische Herausforderung darstellt. Vielmehr geht es dabei um eine überdurchschnittliche Belastung einkommensschwacher oder armer Haushalte. Dazu gehören z.B. große, schlecht gedämmte Wohnungen von Rentnerinnen.

32 Auskunft der Bundesregierung; Quelle: Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn u.a.: Energiearmut erkennen und Lösungen anbieten, 28. August 2012, BT-Drucksache: 17/10475.

33 Bericht des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein zur Entwicklung und den Auswirkungen der Strompreise, Kiel 2012.

34 Vgl. Techem: Energiekennwerte 2013, Eschborn 2013; auf Basis von 1,6 Mio. Wohnungen; Mehrfamilienhäuser sind in dieser Studie gegenüber selbstgenutzen Eigenheimen überrepräsentiert.

35 Weitere Gründe kommen hinzu, so z.B. auch Baumängel bei technisch sehr anspruchsvollen neuen Gebäuden und ein suboptimaler Betrieb der Heizungsanlage. Vgl. Techem: Energiekennwerte 2013, Eschborn 2013, S.48-50.

36 Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn u.a.: Energiearmut erkennen und Lösungen anbieten, 28. August 2012, BT-Drucksache: 17/10475.

37  Andere Prognosen erwarten noch höhere Preise. Die Agentur für erneuerbare Energien (www.unendlich-viel-energie.de) kommt zu weitaus pessimistischeren Ergebnissen. Renews Spezial Januar 2011; „Erneuerbare Wärme“ www.unendlich-viel-energie.de. Der Ausgangspreis für Heizöl ist dort niedriger (6 c/l im Februar 2010), aber es wird aus der Vergangheit eine jährliche Steigerung der Heizölpreise von 10,78% abgeleitet. Das erscheint zu pessimistisch, da der Verbraucherpreis auch konstante (Energiesteuern) oder eher linear wachsende Komponenten enthält (Margen für Transport, Handel; Raffineriemarge je Tonne). Selbst beim Rohölpreis führt die Annahme eines exponentiell steigenden Preises über 20 Jahre hinweg rasch zu unwahrscheinlichen Werten.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kommt in ihrer Prognose zu leicht höheren Ergebnissen. Sie erwartet, dass die Heizölpreise 2011-2020 um 59 Prozent steigen werden. “Für eine 70-m²-Wohnung würde das bei gleichbleibender Energiemenge folgende Erhöhungen bedeuten: Im Jahr 2011 lagen die Brennstoffkosten für das benötigte Heizöl bei durchschnittlich 800 Euro. Im Jahr 2020 kostet die gleiche Menge Heizöl 1.280 Euro. Die Brennstoffkosten für Erdgas liegen heute bei 700 Euro und steigen im Jahr 2020 auf 940 Euro. Für Fernwärme mussten Mieter und Eigentümer einer 70-Quadratmeter-Wohnung im vergangenen Jahr 900 Euro bezahlen, im Jahr 2020 werden im Schnitt 1.390 Euro für die gleiche Brennstoffmenge fällig.”
http://www.co2online.de/ueber-co2online/newsanzeige/article/7/energiepreise-verdoppeln-sich-bis-2020/index.html

38 Die folgenden Beispiele dienen nur der Anschauung und werden mit vereinfachenden Annahmen durchgerechnet. Eine genaue Analyse würde den Rahmen dieser Kurzstudie sprengen.

39 Rohöl und Ölprodukte. Bei prozentualer Anwendung der von der Bafa gemeldeten Außenhandelsmengen und Einfuhrpreisen für Rohöl (Bafa) und leichtem Heizöl (Rotterdam) im Jahr 2012. Annahmen: Wohnungsgröße 70qm; Verbrauchsverteilung (alt/neu) wie in der Überblicksstudie “Energiekennwerte 2013” (Techem, Eschborn 2013); nur Raumwärme, kein Warmwasser.

40 Die Höhe des Einspareffekts ist umstritten, da Rebound-Effekte oder Baumängel einen Teil der errechneten Einsparung zunichte machen. Wir haben daher trotz des hohen Ursprungverbrauchs nur einen relativ geringen Einspareffekt von 50% der Heizenergie (ohne Warmwasser) angesetzt, der weit unter dem technisch möglichen Optimum bleibt. Weitere Annahmen: MFH mit 7 Wohneinheiten à 70qm.

41 Rohöl und Ölprodukte. Bei prozentualer Anwendung der von der Bafa gemeldeten Außenhandelsmengen und Einfuhrpreisen für Rohöl (Bafa) und leichtem Heizöl (Rotterdam) im Jahr 2012.

42 Annahmen: Strom aus Erneuerbaren Energien; eingesparte Kraftstoffmengen haben durchschnittlichen Importanteil; Einsparungen auf VK- und DK-PKW gleichmäßig verteilt; ohne Biokraftstoffe. Die Verkehrs- und Fahrzeugdaten in diesem Abschnitt sind entnommen: Uwe Kunert, Sabine Radke, Bastian Chlond und Martin Kagerbauer: Auto-Mobilität: Fahrleistungen steigen 2011 weiter  (DIW Wochenbericht Nr. 47.2012).

43 Annahmen: Strom aus Erneuerbaren Energien; Elektrofahrzeuge ersetzen je zur Hälfte DK- und VK-PKW.

 

9 January 2014

Heizölpreise in Europa – Griechen können hohe Ölpreise nicht mehr finanzieren

By |2014-01-17T14:27:58+00:00Thursday, 9 January 2014|Categories: Heizkosten, Heizölpreise|0 Comments

Griechenland und die Heizölmisere

Auch deutsche und amerikanische Medien schlugen Ende Dezember Alarm  (Spiegel: Heizungskrise: Giftiger Smog überzieht griechische Großstädte; Tagesschau: Athen kehrt zurück in die HolzzeitNew York Times): Heizöl ist für viele griechische Verbraucher zu teuer geworden. Sie steigen notgedrungen auf billiges Brennholz um, das in einfachen Kaminen oder improvisierten Feuerstellen verbrannt wird. Dabei werden große Mengen an krebserregendem Feinstaub frei. Die Folgen sind extreme Smogwerte, v.a. in den großen Städten. Kinder und Asthmatiker leiden an Atemwegserkrankungen. Die Regierung hat verkündet, private Autofahrten zu verbieten und Schulen zu schließen, wenn die Grenzwerte überschritten werden. Ersteres wird ohnehin leichter, weil viele Griechen ihre Fahrzeuge abmelden müssen, um die Kfz-Steuern zu sparen.

Heizölimporte wurden in den letzten Jahren immer teurer und werden zusätzlich wegen der Haushaltsmisere mit hohen Energiesteuern belegt. Die Steuern auf Heizöl wurden zuletzt 2012 deutlich erhöht, um den illegalen Einsatz als billigen Dieselersatz unattraktiv zu machen. Viele Familien haben bereits einen Antrag auf staatliche Heizkostenzuschüsse gestellt. Gelegentlich wird kostenloser Strom zur Verfügung gestellt, damit wenigstens Heizstrahler arbeiten können.

Die Tabelle und die Karte unten zeigen, dass Griechenland zu den Ländern mit den höchsten Heizölpreisen in Europa gehört. Mit 127,8 Euro für 100 Liter liegt der Preis etwa 50% höher als in Deutschland. Da die Gebäudehüllen im Durchschnitt schlechter isoliert sind als in Mittel- und Nordeuropa, können kalte Winter vor allem in den klimatisch kühleren Regionen (z.B. Thessaloniki, Larisa) zu weitaus höheren Heizkosten führen als in Deutschland.

Der mittlerweile verarmte Mittelmeerstaat bekommt damit seine Abhängigkeit von fossilen Energieimporten (vgl. unsere Studie: Fossile Energieimporte und hohe Heizkosten) voll zu spüren. Die Energiepolitik der letzten Jahrzehnte hat es versäumt, die großen heimischen Potenziale für Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie zu realisieren.

Übersicht: Heizölpreise in Europa

Sie sehen unten die Heizölpreise in Europa mit Stichtag 6. Januar 2014. Deutschlands Nachbarn repräsentieren die gesamte Bandbreite der europäischen Preisvielfalt: Luxemburg hat mit 77,1 Euro/100 Liter die niedrigsten Heizölpreise. In Dänemark zahlen die Verbraucher mit 155,9 Euro doppelt so viel. Deutschland liegt mit 86,7 Euro auf einem der vorderen Plätze, was vor allem eine Folge der niedrigen Heizölsteuern hierzulande ist. Frankreich und Österreich liegen deutlich über den deutschen Preisen Wert mit 91,4 bzw. 93,1 Euro/100 Liter. Frankreich ist nach Deutschland der zweitgrößte Heizölmarkt in Europa, gefolgt von Belgien. Unter den größeren Heizölmärkten in Europa sind nur Belgien und Großbritannien preiswerter als Deutschland.

Auffallend sind die z.T. sehr hohen Preisen in peripheren Staaten mit relativ kleinen Heizölmärkten, darunter auch Griechenland und Portugal, wo 127-129 Euro je 100 Liter Heizöl gezahlt werden müssen. Die wichtigste Ursache für diese Preisdifferenzen sind unterschiedliche Steuersätze. An zweiter Stelle stehen logistische Kosten und der Margendruck. Die Länder entlang der Rheinschiene, die zudem über ein relativ dichtes Raffinerienetz verfügen, haben im allgemeinen den höchsten Preis- und Margendruck und daher die niedrigsten Großhandelspreise.

Aktueller Stand der Heizölpreise:

Heizölpreise in Europa (Verbraucherpreise)

Heizölpreise in Europa (Verbraucherpreise)

 

Heizölpreise nach Steuern (Verbraucherpreise)

1. Heizölpreise in Dänemark 155,9 €/100 Liter
2. Heizölpreise in Ungarn 141,1 €/100 Liter
3. Heizölpreise in Italien 140,7 €/100 Liter
4. Heizölpreise in Schweden 134,9 €/100 Liter
5. Heizölpreise in Portugal 128,9 €/100 Liter
6. Heizölpreise in Griechenland 127,8 €/100 Liter
7. Heizölpreise in Rumänien 119,1 €/100 Liter
8. Heizölpreise in Finnland 107,4 €/100 Liter
9. Heizölpreise in Irland 105,1 €/100 Liter
10. Heizölpreise in Malta 104,0 €/100 Liter
11. Heizölpreise in Niederlande 101,9 €/100 Liter
12. Heizölpreise in Zypern 101,5 €/100 Liter
13. Heizölpreise in Slowenien 99,7 €/100 Liter
14. Heizölpreise in Estland 97,4 €/100 Liter
15. Heizölpreise in EU-28 95,9 €/100 Liter
16. Heizölpreise in Euroraum-18 94,6 €/100 Liter
17. Heizölpreise in Österreich 93,1 €/100 Liter
18. Heizölpreise in Lettland 93,1 €/100 Liter
19. Heizölpreise in Polen 92,1 €/100 Liter
20. Heizölpreise in Frankreich 91,4 €/100 Liter
21. Heizölpreise in Spanien 91,2 €/100 Liter
22. Heizölpreise in Tschechien 90,5 €/100 Liter
23. Heizölpreise in Kroatien 87,4 €/100 Liter
24. Heizölpreise in Deutschland 86,7 €/100 Liter
25. Heizölpreise in Belgien 83,9 €/100 Liter
26. Heizölpreise in Bulgarien 82,3 €/100 Liter
27. Heizölpreise in Großbritannien 82,0 €/100 Liter
28. Heizölpreise in Litauen 80,4 €/100 Liter
29. Heizölpreise in Luxemburg 77,1 €/100 Liter

Quelle: EU

Erläuterungen:

Die Daten zeigen einen Vergleich der Verbraucherpreise. Die Bezugsgröße sind Bestellungen für Privatverbraucher, die 2000-5000 Liter ordern. Datenquelle ist die EU. Sie sammelt die Preismeldungen für Heizöl aus den einzelnen Länder. Es handelt sich hier um Händlerpreise, also die von Händlern geforderten Preise. In der Praxis und vor allem bei Internetbestellungen liegen sie oftmals niedriger (in Deutschland normalerweise 2-4% tiefer). Der Heizölpreis schwankt zudem je nach Bestellmenge. Eine Großbestellung von 15.000 Liter für den großen Ölbrenner in einem Wohnblock wird mehrere Prozent unter dem Literpreise einer kleinen Bestellung z.B. für ein Einfamilienhaus liegen.

 

 

8 January 2014

Studie: Fossile Energieimporte und hohe Heizkosten (Teil 4)

By |2014-01-17T14:28:23+00:00Wednesday, 8 January 2014|Categories: Energiewende, Heizkosten, Heizölpreise|0 Comments

In einer Serie von Artikeln auf dieser Webseite stellen wir unsere Kurzstudie für die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vor: Fossile Energieimporte und hohe Heizkosten – Herausforderungen für die deutsche WärmepolitikSie wurde am 27. Dez.2013 veröffentlicht und in fast allen großen Medien Deutschlands vorgestellt und kommentiert.

Wenn Sie den Text lieber offline lesen wollen, können Sie die gesamte Studie auch als PDF herunterladen:  Download der Studie (PDF)

Lesen Sie hier nun die Fortsetzung von Teil 3:

Szenarioannahmen für die Ölpreise, Gaspreise, Steinkohlepreise sowie die Importmengen:

1. Öl

1.1 Ölpreise

Die Ölpreise steigen bis 2016 lediglich im Rahmen der allgemeinen Inflationsrate. Nach 2016 lässt der preisdämpfende Effekt von amerikanischem Shale Oil (LTO, “Schieferöl”) nach, während die Kosten weiter zulegen. Die globale Ölnachfrage steigt nach wie vor in moderatem Tempo und trifft auf ein knapperes Angebot. Nach 2016 steigt der Ölpreis 2 Prozentpunkte p.a. schneller als die allgemeine Inflationsrate.

1.2 Deutsche Ölimportnachfrage

Die heimische Ölproduktion bleibt unverändert niedrig. Die deutsche Ölnachfrage fällt um 1% pro Jahr (deutlich schrumpfende Nachfrage bei Heizöl; leicht abnehmender Kraftstoffverbrauch).

2. Erdgas

2.1 Gaspreise

Die deutschen Erdgasimportpreise steigen angesichts der global rasch wachsenden Nachfrage um  durchschnittlich 2 Prozentpunkte p.a. über der Inflationsrate. 

2.2 Deutsche Gasimportnachfrage

Die heimische Erdgasförderung geht leicht zurück. Substitutionseffekte, insbesondere Heizöl-Erdgas, stabilisieren die Nachfrage, während eine höhere Energieeffizienz dämpfend wirkt. Der Importbedarf bleibt in unserem Szenario daher konstant.

3. Steinkohle

3.1 Steinkohlepreise

Die internationalen Steinkohlepreise (Kesselkohle) sind in den letzten Jahren deutlich gefallen, drängen nun aber bereits marginale Anbieter aus dem Markt. Die Steinkohlepreise werden daher wieder steigen, auch weil die internationale Nachfrage (insbesondere in Indien) wächst und die Produktionskosten weltweit deutlich zulegen. Wir nehmen daher einen Preisanstieg von 2 Prozentpunkten über der allgemeinen Teuerungsrate an.

3.2 Deutsche Steinkohlenachfrage

Trotz des aktuellen Booms in der Steinkohlenachfrage gehen wir in unserem Szenario von einer zunächst konstanten, dann aber nach 2015 um 2% pro Jahr fallenden Steinkohleimportnachfrage aus.

4. Sonstige Annahmen

Allgemeine Preissteigerungsrate 2013-2030: 2,5% pro Jahr

Ergebnisse des Szenarios

Die deutschen Nettoimportkosten für Öl, Gas und Kohle legen in unserem Szenario zu. In nominalen Preisen klettern sie von 94 Mrd. Euro (2012) über 118 Mrd. Euro (2020) und 173 Mrd. Euro (2030) auf 252 Mrd. Euro (2040).

Kumuliert sind das in den Jahren 2013-2030 insgesamt 2.300 Mrd. Euro, die für fossile Energieimporte (Öl, Gas, Kohle) ausgegeben werden müssen, bis 2040 sogar 4.450 Mrd. Euro.

Die Kosten steigen also auch in einem gemäßigten Szenario, selbst wenn es gelingen sollte, den Verbrauch von Öl wie bisher langsam zu reduzieren.

Nur eine Beschleunigung der Energiewende zugunsten regenerativer Energieerzeugung, in Verbindung mit einem reduzierten Bedarf (beschleunigte energetische Gebäudesanierung, geringerer Spritverbrauch der Kraftfahrzeuge), könnte diesen Kostentrend stoppen.

Kostenszenario fossile Energieimporte

Kostenszenario fossile Energieimporte

Das nächste Schaubild zeigt, dass Öl nach wie vor eine Schlüsselrolle bei den Importkosten spielen wird. Der Jahr für Jahr geringere Bedarf in Deutschland wird durch die steigenden Preise überkompensiert.

Der Anteil von Rohöl/Ölprodukten an der fossilen Importrechnung steigt sogar von derzeit 72% auf 77% (2040) weiter an, obwohl der Verbrauch in unserem Szenario sinkt.

Kostenszenario nach Energieträger Öl Gas Kohle

Kostenszenario nach Energieträger Öl Gas Kohle

 

5. Folgen für die Heizölpreise und die Heizölrechnung

5.1 Raumwärme und Wohnflächen

Die Größe des Wärmesektors wird häufig unterschätzt. Allein die Raumwärme benötigt 31% unseres Endenergieverbrauchs. Hinzu kommen Warmwasser mit 4%, der große Bereich der Prozesswärme (Industrie, Kochen) mit 21%, sowie der Kältebedarf mit 2%. Mehr als die Hälfte der Endenergie entfällt auf die Erzeugung von Wärme. Der Wärmesektor ist energetisch gesehen also deutlich größer als z.B. der Verkehrssektor (mechanische Energie).

Der Heizenergieverbrauch pro Quadratmeter geht bereits seit Ende der 90er Jahre zurück: Pro Quadratmeter wurden Jahr für Jahr 1,5% weniger Heizenergie benötigt. Steigende Wohnflächen sorgten jedoch dafür, dass der Gesamtverbrauch in den letzten 20 Jahren nur um 8% gesunken ist – trotz der häufig milden Winter.26

Diese Überblickszahlen verdecken allerdings die individuell sehr unterschiedliche Entwicklung. Während die Heizkosten in neu sanierten Gebäuden, Neubauten oder bei Nutzung regenerativer Energien stabil blieben oder sogar stark sanken, waren die Mieter/Selbstnutzer in älteren Gebäuden voll vom Anstieg der Brennstoffkosten für Öl und Gas betroffen.

Die meisten Gebäude (74%) in Deutschland wurden vor 1978 errichtet. also vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung. Dieser Altbestand hat den höchsten Bedarf an Heizenergie pro Quadratmeter. Er liegt je nach Einzelfall 2-5 mal höher als bei einem modernen Neubau.

5.2 Heizöl im Raumwärmemarkt

Hintergrund

Heizöl wird aus fossilem Rohöl hergestellt. Zusammen mit Diesel und Kerosin gehört es zu den Mitteldestillaten, also den Rohölfraktionen “mittlerer” Dichte. Heizöl hat einen sehr hohen Energiegehalt: 1 Liter Heizöl hat einen Heizwert von 10 kWh. Es ist leicht zu transportieren und verbrennt sauberer als Kohle. Bis Anfang der 70er Jahre war Heizöl bei Rohölpreisen um die 2 Dollar pro Fass ($/b) extrem billig.

Diese Eigenschaften führten seit den 60er Jahren dazu, dass es zum bevorzugten Rohstoff für den Hausbrand wurde. Erst die staatlich geförderte Einführung von Erdgas und Fernwärme verdrängte die Ölheizungen auf den zweiten Platz.

Im privaten Hausbrand kommt heute überwiegend schwefelarmes Heizöl zum Einsatz. Es hat einen Schwefelanteil von maximal 50 mg/kg (zum Vergleich: Dieselkraftstoff hat maximal 10mg). Bis vor wenigen Jahren dominierte noch leichtes Standardheizöl mit einem Schwefelanteil von max. 1000 mg/kg.

Heizölverbrauch in Deutschland

Deutschland und die USA sind die größten Heizölmärkte der Welt. Daneben haben auch Frankreich und Kanada einen hohen Bedarf.

Etwa 60% des Heizöls wird in Deutschland in privaten Haushalten für die Raumwärme oder Warmwasser verbrannt. Weitere ca. 25-30% werden für dieselben Zwecke in gewerblichen Räumen (Büros, Läden, Werkstätten) eingesetzt. Der Rest (10-15%) wird in der Industrie für eine breite Palette von Anwendungen verbraucht.27

Die deutschen Privathaushalte verbrennen, je nachdem wie streng der Winter ausfällt, zur Zeit 11-13 Millionen Tonnen Heizöl pro Jahr.28

Der gesamte deutsche Heizölverbrauch (alle Einsatzbereiche) ging in den letzten beiden Jahrzehnten um fast die Hälfte zurück. Anfang der 90er Jahre lag er um die 35 Mio. Tonnen, aktuell bei 18-21 Mio. Tonnen. Die wichtigsten Ursachen dafür sind effizientere Ölbrenner, der Wechsel zu anderen Heizarten und mildere Winter. 2012 und 2013 stieg der Absatz wegen der kalten Winter wieder an.

Heizöl Inlandsabsatz 1990-2013

Heizöl Inlandsabsatz 1990-2013

Relevanz der Heizölanlagen im privaten Raumwärmemarkt

Die Bedeutung von Heizöl lässt sich auf unterschiedliche Weise erfassen. Betrachtet man die erzeugte Raumwärme, stellt Heizöl 26% des Bedarfs zur Verfügung (AGEB 2010). An erster Stelle steht Gas mit 43%. Bereits an dritter Stelle kommen erneuerbare Energien mit einem Anteil von 15%.

Blickt man auf den Markt für neue Heizungen (im Neubau oder Modernisierung im Bestand), liegt der Anteil der Ölheizungen bei 12%. Gasbrenner führen im Neumarkt mit weitem Abstand mit 77% Marktanteil. An dritter Stelle stehen Wärmepumpen.

Marktentwicklung der Wärmeerzeuger 2002-2012

Marktentwicklung der Wärmeerzeuger 2002-2012

Quelle: BDH (NT = Niedertemperaturkessel; BW=Brennwertkessel)

Betrachtet man nur die Heizungsarten in neuen Wohnungen (also ohne  Heizungsmodernisierung im Bestand), dann wird die schrumpfende Attraktivität von Heizöl überdeutlich. Nur noch 1,0% aller Neubauten bauen Ölheizungen ein. Im Jahr 2000 waren es noch 13,4%. Gas und Wärmepumpen sind zur Zeit die attraktivsten Optionen.

Anders verhält es sich im gesamten Wohnungsbestand. Hier heizen noch 29,3% aller Wohnungen mit Heizöl. Der Anteil schrumpft, aber nur langsam. Im Jahr 2000 lag der Heizölanteil bei 32,6%, also nicht wesentlich darüber.

5.3 Ein zentrales Problem: Die Altersstruktur der Ölheizungen

Nach Erhebungen des Schornsteinfegerverbandes gibt es über 5,8 Mio. Ölfeuerungsanlagen in Deutschland (und mehr als 9,1 Mio. Gasfeuerungsanlagen).29

Von diesen 5,8 Mio. Anlagen sind 1,2 Millionen Anlagen (20,6%) älter als 21 Jahre, haben also ihre normale Lebensdauer bereits überschritten. Fast 0,5 Mio. Anlagen sind sogar älter als 29 Jahre (8,5%). Daraus ergibt sich ein enormer Modernisierungsbedarf. Ein Drittel der Anlagen ist schon heute weit vom Stand der Technik entfernt.

Ölfeuerungsanlagen 2012

Ölfeuerungsanlagen 2012

Quelle: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks: Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks für 2012

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26 Quellen: Shell Hauswärme-Studie: Nachhaltige Wärmeerzeugung für Wohngebäude. Fakten, Trends und Perspektiven, Hamburg 2011; Expertenkommission zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“: Stellungnahme zum ersten Monitoring-Bericht der Bundesregierung für das Berichtsjahr 2011, Dez. 2012

27 Quellen: MWV, Shell, Destatis, Branchenkreise.

28 Genauere Daten sind nicht verfügbar: (1) Der Verbrauch des nicht-industriellen Gewerbes in Abgrenzung zu den privaten Haushalten wird nur unregelmäßig erfasst. (2) Die Statistiken erfassen nur den Heizölabsatz, nicht den tatsächlichen Verbrauch. Der wechselnde Füllstand privater Heizöltanks kann nur geschätzt werden und wird nicht flächendeckend erfasst.

29 Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks: Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks für 2012, o.O., o.J.

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