28. August 2012

Für Heizöl gibt es keinen einheitlichen Preis. Je nach Bestellmenge, Qualität des Brennstoffs, Zahl der Lieferstellen oder dem Zusatz von Additiven kann der Literpreis schwanken.

Zusätzlich gibt es erhebliche regionale Preisunterschiede.

1. Dafür gibt es zum einen objektive Gründe: Die Nähe zu mehreren konkurrierenden Großraffinerien ist im allgemeinen ein Vorteil. Davon profitieren Käufer in West- und Südwestdeutschland sowie (wenn auch immer weniger) in Norddeutschland. Liegt die nächste Raffinerie weit entfernt oder hat sie wenig Konkurrenz, kann das die lokalen Preise dauerhaft über dem Bundesdurchschnitt halten.

2. Ebenso wichtig ist die Wettbewerbssituation vor Ort. Ist der Markt stark umkämpft oder gibt es unangefochtene Platzhirsche? Gibt es starke Tageszeitungen, die einzelne Händler bevorzugen (z.B. Hamburger Abendblatt), wie leicht gelingt dem Käufer ein objektiver Preisvergleich, wie transparent ist der Markt?

Das folgende Schaubild zeigt auf Basis historischer EID-Daten, dass die Städtepreise für Standardlieferungen in den letzten zehn Jahren immer weiter auseinander gedriftet sind (rote Linie, rechte Achse). Vor 10 Jahren differierten die Heizölpreise in unserer Auswahl von Großstädten 1,5 bis 2 Cent/Liter. Mittlerweile sind es um die drei Cent, mit Spitzen bis zu 4 Cent. Der Trend (rote Linie) zeigt eindeutig nach oben.

regionale-preisdifferenzen-teuerste-vs-billigste-großstadt

Das nächste Schaubild zeigt die Entwicklung der Heizölpreise in sechs Großstädten für die letzten fünf Jahre: Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München.

regionale-differenzen-bei-heizölpreisen-2007-2012

Die größten Preisdifferenzen gab es im Jahr 2008, als zu Beginn der Finanzkrise Rohöl- und Heizölpreise in wilden Sprüngen hin- und hersprangen. Seither ist es ruhiger geworden. Allerdings gibt es klare Trends:

– die Heizölpreise in München reißen immer wieder nach oben aus (2009, 2010, 2012); hier gibt es offensichtlich Probleme im Wettbewerb oder in der Versorgung (Petroplus)

– ähnlich, wenn auch weniger ausgeprägt, ist die Lage bei den Heizölpreisen in Stuttgart

– Berlin liegt seit 2010 deutlich über dem Durchschnitt

– Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf profitieren von der Nähe zu Großhändlern und Raffinerien; allerdings weichen die Düsseldorfer Heizölpreise gelegentlich nach oben ab.