Am 23. Oktober hatte ich die Gelegenheit, an der Universität Münster einen Vortrag zum Thema Peak Oil zu halten (Details  zur Veranstaltung). 

Die Debatte um eine bevorstehende Ölverknappung und ihre Bedeutung für die Energiepolitik hat in den letzten 10 Jahren immer wieder unerwartete Wendungen genommen. Bis vor etwa fünf Jahren wurde „Peak Oil“ als modellierbares und prognostizierbares Ereignis nur in Spezialistenkreisen oder einigen Internetforen debattiert. Aber der rasche Anstieg der Ölpreise, und damit auch der Tankstellenpreise und Heizölpreise, bis auf knapp 150 $/b im Jahr schob diese Ansätze 2008 in das Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Peak Oil, also der Höhepunkt der globalen Ölförderung, schien nun unmittelbar bevorzustehen, eventuell sogar schon hinter uns zu liegen.

Doch in den letzten drei Jahren gerieten die Peak-Oil-Ansätze in die Defensive. Neue Ölfunde, von brasilianischem Tiefwasseröl bis zu amerikanischem Shale Oil, eine etwas langsamer steigende Ölnachfrage und ein mehr oder weniger stabiler Ölpreis schienen die These zu stützen, dass die zentralen Annahmen der klassischen Peak Oil Ansätze revidiert werden müssen. Der Peak ist nämlich nur modellierbar, wenn (1) fast alle Ölvorkommen bereits bekannt sind und wenn (2) die großen, leicht erschließbaren Felder vor den kleineren, weniger ergiebigen Feldern entdeckt werden.

In meinem Vortrag habe ich versucht, den Stand dieser Debatte darzustellen. Mein Fazit ist u.a., dass sich mit den klassischen Peak-Oil-Ansätzen eine drohende Ölverknappung nicht mehr modellieren lässt. Die Risiken, die zweifellos vorhanden sind und immer noch wachsen, haben sich verschoben: Nicht der Peak sollte unsere unmittelbare Hauptsorge sein, sondern eine schon heute jederzeit mögliche Ölverknappung.

Der Vortrag besteht aus sechs Teilen:

1. Relevanz des Themas: Pfadabhängigkeit der Energieversorgung
2. Was ist Peak Oil?
3. Die Ansätze: Sechs Analysemodelle
4. Entwicklung der Debatte – Kritische Punkte
5. Prognosen
6. Fazit

Hintergründe zur Veranstaltung, die Vortragsfolien und Videoaufnahmen von allen vier Vorträgen finden Sie auf der Webseite der Veranstalter (Kontakt: Matthias Wanner).

Bei eventuellen technischen Problemen können Sie die Folien auch hier herunterladen:  peak-oil-vortrag-bukold und die Videoaufnahme des Vortrags hier: (Teil 1) (Teil 2) (Teil 3).

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