Letzte Aktualisierung: 2. Aug. 2012

Der Chart zeigt das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage bis Ende 2011. Zwei Trends fallen auf:

a) Seit Beginn der 80er Jahre wächst die Ölnachfrage nahezu linear an. Lediglich die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 brach diesen Trend für zwei Jahre. Aktuell ist sie jedoch erneut auf einem Allzeithoch.

b) Seit Ende der 90er Jahre stagniert die Nachfrage in den „alten“ Industrieregionen USA, EU und Japan. Seit 2006 geht sie sogar zurück. Das wurde jedoch durch den steil steigenden Verbrauch in anderen Weltregionen mehr als ausgeglichen. Das gilt besonders für China und die anderen Schwellenländer Asiens sowie für die ölreichen Staaten am Persischen Golf.

Je nach Statistik wurden 2011 weltweit verbraucht:

  • 89,09 mb/d* laut IEA (Monatsbericht Juli 2012)
  • 87,97 mb/d laut EIA (Monatsbericht Juli 2012)
  • 87,79 mb/d laut OPEC (Monatsbericht Juli 2012)

 

Die Unterschiede in den Ölstatistiken sind notorisch, sollten aber nicht überbewertet werden. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr liegt bei allen drei Institutionen in einer Bandbreite von 0,8% bis 1,0%. Die Dynamik wird also sehr ähnlich eingeschätzt. Die Differenzen in den absoluten Verbrauchszahlen können nicht mit einem Satz erklärt werden, denn die Ursachen sind vielfältig: Abgrenzung von Öl gegenüber Gas,  Umfang und Verfahren der (sehr häufigen) nachträglichen Revisionen von Daten, Schätzverfahren für Länder ohne verlässliche Nachfragestatistiken, etc.

* mb/d = Millionen Fass pro Tag; es werden – wie fast immer bei Nachfragedaten – „all liquids“ berücksichtigt, also auch die Biokraftstoffe.

globaler ölverbrauch ölnachfrage 1965-2011