Die IEA rechnet in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht (Oil Market Report) mit einer Beschleunigung der Ölnachfrage in 2013. Ende 2013 soll sie bei 91,8 mb/d liegen (siehe Schaubild) und im Schnitt um 1 mb/d gegenüber 2012 anziehen. Erstmals werden 2013 die Industrieländer (OECD) weniger Öl verbrauchen als der Rest der Welt.

Außerdem hat die IEA die Schätzungen für das gerade abgelaufene Quartal (Apr.-Jun.12) recht deutlich um 0,25 mb/d nach oben revidiert. Das ist vor allem eine Folge der höheren Ölnachfrage in Japan. Dort wird Öl verstärkt für die Stromerzeugung eingesetzt. Allein im Mai waren es enorme 0,5 mb/d mehr als erwartet (zum Vergleich: die gesamte deutsche Ölnachfrage lag im Mai bei 2,33 mb/d).

Dennoch setzt sich der globale Lageraufbau fort, auch aus saisonalen Gründen. Problem: Er kann nur zum kleinen Teil beobachtet werden, sondern wird indirekt errechnet. Da verlässliche Lagerdaten für weite Teile der Welt fehlen, ist die These des „stark überversorgten Marktes“ zwar weiterhin sehr plausibel, aber noch immer nicht gesichert.

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