Letzte Aktualisierung: 22. Mai 2013

Der Chart zeigt den Umfang der Ölpreisspekulation an den beiden großen Ölbörsen ICE (London) und Nymex/CME (New York). Wir zeigen die Aktivitäten der sog. Money Manager. Das sind ganz überwiegend Hedge Fonds und ETFs. In diesem Segment wird aus rein spekulativen Gründen investiert.

Preiswetten im Rohölsektor finden fast ausschließlich bei den sogenannten Marker Crudes statt, die für die globale Preisfindung wichtig sind: Das ist zum einen Brent (Nordsee) und zum anderen WTI (USA). Für Europa ist zusätzlich die Spekulation auf die Preisentwicklung von Gasoil wichtig. Gasoil ist das Vorprodukt, aus dem Diesel und Heizöl hergestellt wird.

Die linke Achse zeigt, wieviele Wetten netto auf steigende Preise abgeschlossen wurden. Netto heißt: Zahl der Wetten (Lieferkontrakte) auf steigende Preise minus Zahl der Wetten auf fallende Preise. Eine Wette ist ein Lieferkontrakt und umfasst 1000 Fass (Barrel) Rohöl Brent oder WTI. 150.000 Kontrakte entsprechen also 150 Mio. Fass; anders ausgedrückt: etwa 70 Supertanker. Bei Gasoil sind es 100 Tonnen pro Kontrakt. Per Saldo wurde in den letzten Jahren ausnahmslos auf höhere Ölpreise gewettet, deshalb liegen die Kurven außer bei Gasoil oberhalb der Nulllinie.

Das Schaubild zeigt zusätzlich im Hintergrund den Rohölpreis (Brent) als graue Fläche (rechte Achse). Die Korrelation zwischen Ölpreisen und Spekulationsneigung ist in manchen Zeitperioden sehr stark, in anderen geringer.

 

Spekulation Rohölpreise und Gasoilpreise

ölpreise spekulationi

Ölpreise (Brent, WTI, Gasoil) Spekulation 2011 bis 2013

Anmerkung: Nettospekulation, also Wetten auf steigende Preise minus Wetten auf fallende Preise; WTI-Rohöl an Nymex und ICE; Brent und Gasoil an ICE; nur Futures (Terminlieferkontrakte); 1 Kontrakt entspricht 1000 Barrel (WTI,Brent) bzw. 100 Tonnen (Gasoil); Quellen: ICE, Nymex

Quellen: ICE, Nymex