25.Feb.2013

Die deutschen Heizölpreise bewegen sich wie schon seit Beginn des Jahres zwischen 85 und 90 Euro/100 Liter (vgl. Chart). Am heutigen Montagmorgen sind es je nach Anbietertyp 88 Euro (Internetportale) bis 90 Euro (Händler). Damit wird das Vorjahresniveau um etwa 5 Euro unterboten.

Die deutschen Preise bleiben damit ungewöhnlich weit unter den französischen Heizölpreisen und den EU-weiten Notierungen (vgl. Chart). Letztere haben ebenso wie die amerikanischen Heizölpreise zuletzt deutlich angezogen.

Diese Märkte haben also die zuletzt wieder fallenden Rohölpreise noch nicht an ihre jeweiligen nationalen Kunden weitergegeben, denn Brent-Rohöl gab im Wochendurchschnitt auf 115,84 $/b nach (vgl. Chart). Auch Gasoil, das wichtigste Vorprodukt für Heizöl, verbilligte sich merklich auf 994,88 $/t (vgl. Chart). Beide Trends gelten auch für den Kunden im Euroraum, allerdings gedämpft durch einen schwächeren Euro.

Die Erklärung für die relativ günstigen Preise in Deutschland liegt bei den Margen. Allerdings nicht bei den Gasoil-Margen (Brent minus Gasoil). Sie bleiben mit 8,46 Euro/100 Liter auf einem eher hohen Niveau (vgl. Chart unten rechts). Dagegen rangieren die Heizölmargen (Gasoil minus Heizöl) jetzt schon die fünfte Woche nahe einem Dreijahrestief bei lediglich 10,34 €/100l.

Wie geht es weiter? Unsere Heizölpreisprognose: Die Spekulation auf steigende Rohölpreise und steigende Gasoilpreise, die zuletzt am 19. Februar erfasst wurde, befindet sich in der Nähe ihrer Rekordwerte. Derzeit wird mit netto 195,8 Mio. Fass auf steigende WTI-Preis und mit netto 179,3 Mio. Fass auf steigende Brent-Preise gewettet. Bei Gasoil sind es netto 11,7 Mio. Tonnen (vgl. Chart)

Die starke Spekulation ist ein deutlicher Kontraindikator. Mit anderen Worten: Die Hedgefonds haben ihr Pulver weitgehend verschossen, so dass von der Rohölseite trotz anziehender physischer Nachfrage kein großer Druck zu erwarten ist.

Auch der Gasoilmarkt ist nicht sonderlich angespannt. Bedenklich ist allerdings die marktbeherrschende Rolle, die große Ölhändler immer wieder im europäischen Markt aufbauen. Das galt bis vor kurzem für den Naphthamarkt und bahnt sich im Moment für den Gasoilmarkt an. Nach Agenturmeldungen baut insbesondere Vitol eine dominante Rolle im Bargemarkt auf.

Ein fortgesetzter Winter könnte zudem die Heizölhändlermargen wiederbeleben, falls Verbraucher, die bisher nicht kaufen wollten, im März bei leerem Tank kaufen müssen.

Alles in allem ist jedoch kein großer Preisdruck in Sicht, solange sich die Temperaturen durchschnittlich entwickeln. Unsere kurzfristige Prognose der Heizölpreise rechnet mit einem weiterhin verhaltenen Preisverlauf mit leichtem Abwärtstrend Richtung 85 Euro.

Heizölpreise in Deutschland (bis 25.Feb.2013)

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Aktuelle Preise für 10 Großstädte: HIER

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Internationale Heizölpreise

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Der Chart zeigt einen Vergleich zwischen den Heizölpreisen (Wochendurchschnittspreise) für Endkunden in Frankreich, Deutschland der EU (gewichteter Durchschnitt) und den USA. Die Zahlen werden von der EU und der EIA auf der Grundlage nationaler Datenlieferungen veröffentlicht. Bitte beachten, dass die Methodik der Datenerhebung nicht völlig einheitlich ist.

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Rohölpreise in Dollar und Euro (bis 22.Feb.2013)

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© EnergyComment Bukold; Datenquellen: ICE/Bloomberg BWave; gewichtete Wochendurchschnittspreise
Der Chart zeigt die Preisentwicklung der Nordseemarke Brent. 

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Gasoil / Gasöl Preise in Dollar (bis 22.Feb.2013)

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Gasoil / Gasöl ist das wichtigste Vorprodukt für Heizöl und Dieselkraftstoff.

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Spekulation an Ölbörsen: Brent Gasoil und WTI (bis 19.Feb.2013)

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Nettowetten auf steigende Rohölpreise (WTI an ICE und Nymex, Brent an ICE, Gasoil an ICE; Erläuterungen hier); Quellen: ICE, CFTC

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Heizölabsatz in Deutschland

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Der Chart zeigt den aktuellen Absatz von leichtem Heizöl in Deutschland. Absatz ist allerdings nicht dasselbe wie Verbrauch. Es werden nur die Heizölverkäufe bis zum Händler erfasst. Insbesondere wird hier nicht der Füllstand der privaten Heizöltanks erfasst. Im Chart werden die Jahre 2010, 2011 und 2012 dargestellt. Beim Einkauf zeigt sich kein saisonaler Trend: 2010 und 2011 wurde vor allem im Herbst gekauft; 2012 zeigte sich im Juni eine ungewöhnliche Nachfragespitze, da die Heizölpreise etwas nachgegeben hatten. Aus diesem Grund blieb die Nachfrage im Spätsommer und Herbst zunächst unter den Vorjahreswerten, holte dann aber auf.

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Margen im Gasoilmarkt (Brent – Gasoil) (bis 22.Feb.2013)

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Margen im Heizölmarkt (Gasoil – Heizöl) (bis 22.Feb.2013)

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