30. März 2013

Die CME-Börsengruppe wird am 1. April die Basis des bekannten Heizölkontrakts („heating oil no.2“) von Heizöl auf extrem schwefelarmen Diesel umstellen (ULSD ultra low sulfur diesel). Der Wechsel war notwendig geworden, nachdem immer mehr Bundesstaaten im Nordosten der USA nur noch Heizölsorten mit geringerem Schwefelanteil zulassen.

Der Staat New York verschärfte den maximalen Schwefelanteil bereist im Juli 2012 von 2000 ppm (0,2%) auf 15ppm. Zum Vergleich: In Deutschland gilt bereits Heizöl mit 50 ppm als „schwefelarm“. Die Region von New Jersey bis Maine wird sich schrittweise bis 2018 anschließen. Kinder Morgan erwartet, dass Heizöl im herkömmlichen Sinn bis 2020 vom Markt verschwunden sein wird.

Auch deshalb gehen die Lagerbestände allmählich zurück. Sie sind zur Zeit im Nordosten auf dem niedrigsten Stand seit Einführung des Kontraktes im Jahr 1993. Die Heizölvorräte liegen aktuell nur noch bei 16,6 Mio. Barrel (2012: 30 Mio; 2010: 42 Mio.). Weiter im Süden („Atlantic Coast“) gingen sie von 23 Mio. im Vorjahr auf 13 Mio. Barrel zurück. Herkömmliches Heizöl wird nun verstärkt exportiert.

Die USA sind zwar fast gleichauf mit Deutschland der zweitgrößte Heizölmarkt der Welt (je nach Saison gelegentlich der größte), aber in der Tendenz setzt sich Erdgas immer stärker auf Kosten von Heizöl durch. Das Gas-Pipelinenetz wird zur Zeit massiv ausgebaut, um eine regelmäßige Versorgung zu gewährleisten. Gaspreise sind landesweit unter dem Niveau der Heizölpreise, aber der bisherige Mangel an Pipelinekapazitäten im Nordosten führt immer wieder – wie auch aktuell – zu extremen Preissprüngen.

Manche Analysten sehen jedoch immer noch einen Restmarkt für schwefelhaltiges Heizöl/Diesel. 500ppm Heizöl kann für Mischbetriebe als Zugabe zu Fuel Oil und Bunker Fuel oder für den Export verwendet werden. Einige lateinamerikanische Länder nutzen Heizöl für Ölkraftwerke (Brasilien, Panama, Guatemala).

Auch sei die Übergangsperiode bis 2018 relativ lang, so dass es zu früh sei, sich schon jetzt aus dem Heizölmarkt zurückzuziehen, zumal gerade jetzt im Vergleich die Gaspreise in den USA steigen, während die Heizölpreise stabil bleiben.