25. März 2013

Im Bundesstaat New York scheinen Zehntausende von Heizölkunden über 10 Jahre hinweg mit unreinem Heizöl versorgt worden zu sein, wie die New York Times meldet. Das Heizöl enthielt offenbar diverse recycelte Öle und Altöle aus verbrauchtem Motoröl und Restöl. Bei der Verbrennung wird die Luft mit giftigen Schadstoffen belastet. Bei der Verbrennung von Altölen in normalen Ölbrennern entstehen krebsgefährdende Stoffe wie Benzene, Toluene und Xylene. Hinzu kommen Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Arsen, Kadmium u.a.

Die New Yorker Behörden durchsuchten das Firmengelände von mindestens fünf Heizölfirmen. Im Fadenkreuz der Ermittler ist u.a. die Castle Oil Corporation, der nach eigenen Angaben größte unabhängige Heizöllieferant in der Region New York. Castle verkauft pro Jahr 20 Mio. Gallonen (3,8 Liter) Heizöl in den Varianten No.4 und No.6 (für ältere Brenner) allein an New Yorker Behörden. Auch die Hess Corporation, einer der größten Energiekonzerne der USA, steht nach Angaben der New Yorker Behörden unter Verdacht. Der State Supreme Court in Manhattan unter der Richterin Kornreich hat Hess und Castle für einen Monat die Auslieferung von potenziell verunreinigtem Heizölchargen untersagt.

Die aktuelle Untersuchung nahm ihren Ausgangspunkt in einem älteren Fall vor einem Bundesgericht im Jahr 2007, als zwei Angeklagte sich für schuldig erklärten und mit den Strafverfolgungsbehörden kooperierten. Seither laufen Voruntersuchungen gegen die New Yorker Heizölbranche.

Die betroffenenen Heizölfirmen wiesen die Anschuldigungen von sich. Die Chargen seien ordnungsgemäß und regelmäßig überprüft worden. Castle räumte ein, dass Recyclingöl zum Mischen verwendet werde, das nicht den Anforderungen in New Jersey oder New England entspricht. Castle hält das Vorgehen aber für legal, während zumindest die New Yorker Behörden auf Verträge hinweisen, die ein Blending verbieten.

New Yorks Bürgermeister Bloomberg hatte 2011 das NYC Clean Heat Programm eingeführt. Dadurch werden Heizöle der Sorten No.4 und No.6 zugunsten höherwertiger Heizstoffe allmählich aus dem Markt verschwinden. Die Stadt New York koordiniert mit Banken, Energieunternehmen und Umweltschutzgruppen diverse Maßnahmen, um den Hauseigentümern den Wechsel zu Erdgas, praktisch schwefelfreiem Heizöl (ultra-low sulfur No.2 heating oil) und Biodiesel zu erleichtern. Die Rußemissionen werden dadurch um 50% zurückgehen. Die statistische Wahrscheinlichkeit, in New York an Asthma zu erkranken, wird merklich reduziert.

Der Nordosten der USA schlittert seit Jahren von einer Energiekrise in die nächste. Nach wochenlangen Blackouts durch Hurrikans und technische Störungen in den Stromnetzen kam es im letzten Jahr zu Versorgungsausfällen bei Benzin und Diesel. Aktuell steigen die Erdgaspreise in New York und darüber hinaus sprunghaft an, während die Heizölpreise konstant bleiben. Das gefährdet jetzt den – politisch unterstützten – Wechsel von Propan und Heizöl zu Erdgas im Wärmemarkt. Siehe hierzu auch unseren aktuellen Marktbericht: „Heizölpreis auf Jahrestief – Gas international sehr teuer“ und den Beitrag zur transatlantischen Gasoil-Versorgung.

NYC-Clean-Heat-Program

 

www.nyccleanheat.org