Informationen zu Chinas Energiemärkten hier auf Energiepolitik.DE:

China Energy Letter Nr.1 – (Übersichtsartikel vom Oktober 2011)

China Energy Letter Nr.2 – Die langfristige Energieentwicklung in China (World Energy Outlook November 2011)

China Energy Letter Nr.3 – China und die Irankrise / Marktübersicht Januar 2012

China Energy Letter Nr.4 – Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in China (Teil 1 – April 2012)

China Energy Letter Nr.5 – Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in China (Teil 2 – Mai 2012)

Aktuelle und regelmäßige Informationen zur Energiepolitik in China und den chinesischen Energiemärkten liefert übrigens unser CHINA ENERGY BRIEFING (nähere Informationen).

Auszug aus Letter Nr.5:

SCHLUSSBEMERKUNG UND AUSBLICK – CHINAS LEAD MARKETS UND DIE DEUTSCHE ENERGIEPOLITIK

Energie und Umwelt sind die Achillesfersen des chinesischen Wachstumsmodells. Überraschende Ankündigungen wie der „Kohledeckel 2015“, also das geplante Einfrieren der Kohleproduktion bei 3,9 Mrd. Tonnen Jahresleistung, die scharf überwachten „Energiedeckel“ für ganze Provinzen oder die diskutierte Einführung von „Cap-and-Trade“-Modellen zeigen, dass auch im Politbüro die Einsicht gewachsen ist, dass sich China energiepolitisch auf eine Sackgasse zubewegt, die nicht nur hohe Kosten, sondern auch eine immer geringere Energiesicherheit bedeutet.

Aus mehreren Gründen erscheint es wahrscheinlicher, dass sich Peking aus der fossilen Sackgasse eher „herausinvestiert“ als „herausspart“. Ein starkes Wirtschaftswachstum ist sowohl im Interesse der politischen Legitimation Pekings als auch der fiskalischen Lage der Provinzen und der Karrierechancen regionaler politischer Akteure. Geringes Wachstum würde nicht nur Spannungen zwischen der Zentralregierung in Peking und den Provinzfürsten, sondern auch zwischen Peking und den sehr einflussreichen Energiekonzernen mit sich bringen.

Das bedeutet umgekehrt größere Chancen für deutsche Unternehmen. Die Größe des Marktes und der Problemdruck führen dazu, dass in China die neuen Lead Markets für erneuerbare Energien und Energieeffizienz entstehen werden. Im Verkehrsbereich wird die Verfügbarkeit von Rohölimporten bald an ihre Grenzen stoßen („Peak Oil“). Schon jetzt zeichnen sich für CNG (komprimiertes Erdgas), LNG (flüssiges Erdgas) und, etwas verhaltener, auch für die Elektromobilität große Absatzmärkte ab. Die Chancen von Erdgasantrieben für die Küsten-/Flussschiffahrt, Busse und LKW sind von ausländischen Anbietern bislang kaum erkannt worden.

Die Investitionswelle im Energiesektor wird einen enormen Push für die Wind- und Solarenergie mit sich bringen. Die heimische Branche wäre schnell überlastet und müsste auf ausländische Lieferanten zurückgreifen. Insofern ist auch Berlin schlecht beraten, für die kollabierende deutsche Solarbranche und die schwächelnde deutsche Windbranche ausgerechnet jetzt die politische Unterstützung zu reduzieren. Trotz der unbestreitbaren Probleme beim Marktzugang in China ist offensichtlich, dass die Zeit für die deutschen Unternehmen in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz arbeitet. Der Druck, die Planziele zu erfüllen, wird das globale Preisniveau in der Wind- und Solarbranche beflügeln und damit auch deutschen Unternehmen neue Absatzchancen bieten.